Dear Blog readers,

I decided to stop posting here for a short while. Because I’m only presenting here the posts I’m publishing at eusozial.de, I think that this does not make very much sense to post here. But I’m thinking about making a new concept for this blog, so I’ll not stop posting here for ever.

Greetings, Phil

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Liebe Blogleser,

ich habe mich dazu entschlossen, eine kleine Pause mit dem Blogposten einzulegen. Da ich ohnehin meistens nur meine Posts aus dem eusozial-Forum (eusozial.de) kopiere und hier einstelle, sehe ich nicht mehr den Sinn darin, dass auch weiterhin zu tun. Ich werde aber ein neues Konzept hier für diesen Blog starten, er wird also nicht komplett stillgelegt.

Grüße, Phil


Abstract

A view days ago I found a Temnothorax nylanderi colony with some yellow workers. I did never see this before, but heard of it: Those yellow workers are infested with a parasit, the larva of a Cestoda. The workers feed the eggs of the Cestoda to their larvae, when they become workers, these workers are yellow.  When a bird eats one of the workers, he gets parasited by the Cestoda, which then produces eggs. The eggs drop out in the feces of the bird, and when an ant found one of these eggs, the cycle will begin again. Very interesting!

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Ich habe vor einigen Tagen eine Temnothorax nylanderi Kolonie gefunden, in welcher es ein paar gelbe Arbeiterinnen gibt. Sowas habe ich noch nie zuvor gesehen, ich habe aber bereits davon gehört.
Diese sind mit einer Bandwurm-Art befallen. Die Arbeiterinnen verfüttern gefundene Eier an ihre Larven, und die daraus werdenden Arbeiterinnen sind interessanter Weise gelblich/honigfarben gefärbt. In ihnen lebt dann die Larve des Bandwurms, der Cysticercoid. Isst ein Vogel dann eine solche gelbe Arbeiterin, sind diese anschließend mit dem Bandwurm befallen. Dieser lebt parasitär im Dünndarm des Vogels und produziert viele Eier: Im Vogelkot finden sich dann wieder die Eier und der Zyklus beginnt wieder von vorne.

Das Volk lebt seit ein paar Tagen in einem Beobachtungsnest, und heute habe ich mich mal daran gemacht um die gelben Arbeiterinnen zu filmen.
Das Ergebnis ist hier zu betrachten:

Noch ein leider schlechtes Bild einer befallenen Arbeiterin. Man vergleiche mit den normalen Arbeiterinnen, diese besitzen deutlich mehr dunkle Farbanteile.

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English readers please take a look here: http://antfarm.yuku.com/topic/11688/fascinating-ants-Myrmoteras

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Der Kolonie geht es gut.  Ich habe weitere interessante Beobachtungen gemacht: Die Ameisen besitzen ein soziales Trageverhalten, ich habe beobachtet wie eine Arbeiterin umhergetragen wurde, wie typisch an den Mandibeln.
Neue Bilder:
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Die Kolonie, die vorher in einem viel zu großen Reagenzglas gelebt hat, ist vor einiger Zeit umgezogen. Ich habe ihr zwei Nester angeboten, einmal ein Ytongnest und ein Holznest, in dem früher mal Temnothorax gelebt haben. Sie haben sich für das Holznest entschieden, was ich persönlich auch hübscher finde. Ein Blick ins Nestinnere:
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Man achte auf die Königin – bis auf den Thorax scheint sie fast genauso wie die Arbeiterinnen auszusehen. Für mich ein fast eindeutiges Zeichen, dass die Art semiclaustral gründet. Es kam auch öfters vor, dass die Königin höchstpersönlich zur Jagd ging. Es hat mich etwas beunruhigt, da ich dann auch noch eine Arbeiterin bei der Eiablage beobachten konnte. Und Eier legen sollte nur die Königin. Hier ein Bild von der Königin auf Jagd:

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Momentan leben sie auch in einem anderen Terrarium, es ist etwas größer (20x30x20) und schön mit Moos und anderen Pflänzchen bepflanzt. Und dazu noch it vielen Springschwänzen bewohnt, die Tiere sind sozusagen Selbstläufer, mehr als Licht ein- und ausschalten muss ich nicht tun.

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Zu dem Nest gibt es auch ein Video. Man sieht einige Eier, die eine der Arbeiterinnen zwischen ihren Mandibeln umherträgt.

Das Sehvermögen ist wirklich schwer beeindrucken, sie nehmen meine Finger aus einer Entfernung von über 10 cm noch war und reagieren darauf (man muss in dem Zusammenhang ihre Größe beachten, die gerade mal an eine kleine Myrmica herankommt). Sie laufen rückwärts, wenn sie bedrängt werden.

Vor einigen Tagen gab es leider auch etwas beunruhigendes: Eine Arbeiterin lief umher, mit komischen Zuckungen. Irgendwann setzte sie sich in der Arena zur Ruhe, und bewegte sich gar nicht mehr. Ich nahm sie heraus, nichts mehr zu machen, die Ameise ist kurz vor dem Tod. Ich nutzte die unrühmliche Lage gemein aus, um ein paar Fotos zu schießen. Das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen, allerdings bin ich natürlich nicht erfreut über den Arbeiterinnentod. Er ist nicht so tragisch, immerhin hatten bisher alle Arbeiterinnen die weitere Reise zu mir problemlos überstanden, und da es der erste Verlust ist, schiebe ich die Ursache einfach mal auf Transportstress und womöglich hohen Alter der Arbeiterin. Wer weiß das schon? So lange nicht weitere sterben, werde ich mir keine unnötigen Sorgen machen.
Hier das Bild;
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Schön zu sehen, die Trigger-Haare zwischen den Mandibeln (die übrigens nur auslösen, wenn es die Arbeiterin zulässt: Künstlich kann ich es nicht auslösen, dass die Mandibel zuschnappen), die großen Backenmuskeln, die für den nötigen Schwung des Schnappens sorgen, und natürlich die wunderhübschen Augen, die einen Großteil der Umgebung wahrnehmen.

Von dem Brutstand her geht es der Kolonie momentan aber hervorragend, Eier, Larven und sogar eine Puppe sind im Nest. Ein weiteres Video;

 


Abstract

Short update this time. The social parasite queen is doing finde, and had layed some new eggs. The larvae are growing, and there are also the first pupae. In the next update I’ll hopefully show you the first yellow workers.

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Gut genährte Larven, erste Eier und hübsche Puppen: Kurz, es geht sehr gut vorran!
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Bin schon ganz gespannt, wann die ersten Arbeiterinnen schlüpfen, werde die Spannung aber noch eine kleine Weile ertragen müssen.


Abstract

A small update. The Messor cf. wasmanni colony is doing very well, and there was nearly the whole colony in the viewable nest. So, here you are: A nice picture of the colony. I also saw the queen. It seems as if there’ll be more and more big larvae, hopefully I’m getting more big sized majors.

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Nochmal ein kleines Update. Dank einer Heizmatte sind fast alle gerade im Nest, gestern konnte ich sogar die Königin erblicken. Sind eine Menge Arbeiterinnen (und im restlichen Becken verteilt sind noch einige mehr).
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Sie ziehen viele große Larven auf, hoffentlich kommen jetzt endlich die hübschen Majore die man sonst von den im Freiland befindlichen Messor wasmanni kennt.


Abstact

The small Camponotus dalmaticus colony is doing well, they have new eggs and much larvaes, and in a few days there will be for sure the first pupae of the year. So I decided to give them a new place to live. I took a 30x20x20 cm terrarium, filled in different sorts of ground and put some twigs inside. The ants really like the twigs, they’re always climbing around. And I used some dry oak leafes, because the colony was catched nearby a oak in croatia. The terrarium now looks similarly to their natural habitat. There is also a ytong nest but I’m not sure whether they’ll like it.

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Nachdem die kleine Kolonie doch recht aktiv ist am Tage, habe ich mich dazu entschlossen, sie aus der kleinen Box in ein neues Terrarium umzusetzen. Gestern ist dies geschehen, es handelt sich um ein 30x20x20er Terrarium.
Ich habe Sand und Erde als Grund genommen, und eine typische thermophile Pflanze habe ich hinten noch gepflanzt. Das Ganze wurde noch mit einigen Ästen und etwas Eichenlaub verschönert. Die Kolonie wurde auch in der Nähe einer Eiche gefangen, von daher stimmt die Einrichtung in etwa mit dem Lebensraum überein.
Ich habe nicht zu befürchten, dass sich die Kolonie vergräbt; Sie bevorzugen in der Natur Holznester. Ich habe ein kleines Ytongnest an der Seite stehen, noch weiß ich aber nicht, ob sie da einziehen werden. Momentan sind sie mit dem Reagenzglas sehr zufrieden. Der schöne Eingang ging beim Umsetzen zu Bruch, aber sie haben es wieder perfekt hergerichtet. Wirklich wahre Baumeister, wie ich finde. Dafür wird übrigens nur wenig Sand oder Erde verwendet, sondern kleine Laubfragmente und Holzspäne. Ob sie später eine Art Kartonnest wie Crematgaster scutellaris basteln?
Die Arbeiterinnen mögen das neue Terrarium sehr, und klettern ständig auf den Ästen herum. Ich habe mich in die kleinen Ameisen schon fast verliebt.
Gefüttert habe ich heute ein Mikroheimchen. Ich habe es etwas abseits platziert. Eine Arbeiterin fand es, das Heimchen war aber zu schwer für sie. Ich konnte dann beobachten, wie sie zum Nest lief und zwei weitere Minorarbeiterinnen als Hilfe rekrutierte, die dann tatsächlich das Heimchen in das Nest schleppten. Wobei es mich nicht gewundert hätte, wenn sie es wie im Crematogaster-Stil zerlegt hätten vor Ort. Vielleicht machen sie das ja auch mit größeren Futtertieren, das muss ich mal austesten.
Zum Schluss ein nicht ganz gelungenes Bild des durchaus ansehlichen Terrariums.
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Achso, was ich fast vergessen hätte. Die Königin hat Eier gelegt, es gibt noch keine Puppen aber die Larven sind teilweise schon recht groß. In den nächsten Tagen habe ich sicher Puppen, nur kann ich schlecht nachgucken.


Abstract

Last year I’ve catched a nice Crematogaster schmidti colony with two workers. Now, they’re are out of hibernation and are doing very well. They have 3 workers and very much brood as you can see on the secound picture. The first picture you maybe know from my croatia-report.

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Letztes Jahr haben wir in Kroatien eine schöne Crematogaster schmidti Jungkolonie erwischt mit zwei Arbeiterinnen. Ich durfte sie dann freundlicherweise zu mir nehmen. An dieses Bild könnt ihr Euch vielleicht noch aus dem Istrienbericht erinnern:
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Ich habe sie sachgemäß eingewintert, sogar recht früh, und sie vor einiger Zeit wieder aus der Winterruhe rausgeholt. Sie haben gleich losgelegt mit der Larvenaufzucht, und mittlerweile sieht es so aus, die dritte Arbeiterin ist erst vorgestern geschlüpft:
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Im Grunde sind sich C. schmidti und C. scutellaris sehr ähnlich in ihrer Lebensweise und dem Lebensraum. Ich bin mal gespannt, ob sich doch irgendwelche Haltungsunterschiede herauskristallisieren werden.

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