Noch häufiger als Ameisen fand man in Thailand in morschen Baumstämmen Termiten. Eigentlich waren sie fast überall. Ihre Tunnelsysteme ragten an vielen Bäumen empor, und ihre Lehmbauten waren unverwechselbar groß. Eine Welt für sich! Hätte nicht erwartet, das man die kleinen Lebewesen, die übrigens nur entfernt mit den Ameisen verwandt sind (sie gehören zur Ordnung der Schaben), dort so häufig antrifft.

Hier ein paar bildliche Eindrücke. Das hier ist ein ca 1,2 Meter hoher Termitenhügel, mitten im Wald.
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Wie oben schon erwähnt, hatten sie kleine Tunnel, die außen an den Bäumen hochführten. Hier ein paar typische Termiten:
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sie sind recht Lichtscheu, trauten sich kaum zu passieren, nachdem ich ihren Gang an einer Stelle aufgebrochen hatte. Hier sieht man die Dimensionen dieses Ganges, er führte bis auf die Spitze des Baumes, und war mindestens 10 Meter lang. Die Termiten erschienen mir noch „größenwahnsinniger“ als die dortigen Ameisen.
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Es gab aber auch welche, die nicht so lichtscheu waren, wie immer allgemein von Termiten behauptet wird. Diese hier fand ich sehr oft, sie hatten viele Straßen, und waren recht aggressiv. Auch Soldaten waren vorhanden.
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Hier andere Termiten, die ich in fast jeden Holzstück fand, das am Boden herumlag. Ich glaube, sie hatten unterirdische Systeme, und „zapften“ dann immer die am Boden befindlichen Totholzäste an, von unten. Straßen gab es oberflächlich zumindest keine.
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Die interessante Antwort von Frank Mattheis darauf:

Offenbar handelt es sich um Termiten der Unterfamilie Nasutitermitinae. Vermutlich um die Schwarze Termite (Hospitalitermes hospitalis). Alles Vertreter dieser Unterfamilie sind braun bis dunkelbraun, die Arten besiedeln das gesamte indomalaiische Gebiet. Diese Termiten sind tag- bzw. oberflächenaktiv, eine Besonderheit im Termitenleben und belaufen Strassen, die sich über einige Dutzend Meter am Boden hinziehen können, um dann auf Bäume und Sträucher zu führen. Hier werden Flechten und Algen geerntet und ins Nest geschleppt. Die Züge werden von den charakteristischen und vergleichsweise zierlichen Soldaten, den Nasuti, flankiert, diese stehen als Wachposten beiderseits der Strassen. Angreifer werden mit dem Kopfdrüsensekret kampfunfähig gemacht.
Die Unterfamilie der Nasutitermitinae gehört zur drittgrössten Familie der Termiten, den Rhinotermitidae (Nasentermiten). Diese Familie wiederum gehört in die Gattung der Rhinotermes.

Es gibt etwa 150 Arten der Rhinotermitidae im gesamten Verbreitungsgebiet der Termiten. Besonderheit an dieser Familie wie an anderen Arten der Gattung sind die Nasuti, die Nasensoldaten, die bei einigen Arten in der Gattung der Rhinotermes sogar neben den ursprünglicheren Kiefersoldaten vorkommen.

In Südeuropa kommen die Erdholztermiten (Recultitermes lucifugus) vor. Die Art wurde mehrmals auch in Hafenstädte des westlichen Europas eingeschleppt. Ich habe diese Art im Süden Spaniens beobachtet, bei diesen kleinen Termiten gibt es neben den Nasensoldaten die „normalen“ Kiefersoldaten.

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