So,

es wird Zeit für ein großes Update. Was soll ich sagen, es ist einiges passiert. Ganz allgemein gesagt, der Frühling ist eingekehrt. Die Pflanzen wachsen wie verrückt, vor allem das Efeu wuchert hier alles zu. Außerdem wächst eine bekannte Pflanze vom letzten Jahr erneut zu stattlichen Ausmaßen heran. Auch an anderen Stellen sprießen mir bislang unbekannte Triebe empor, bin gespannt, was der Frühling sonst noch so alles hervorbringt.
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Es ließen sich derweil einige Käfer und Motten finden, welche auch nicht häufig erwartungsvoll gegen meine Fenster flogen. Seis drum, ich setze sie jedes Mal zurück. Auch lief mir dann plötzlich eine bisher unbekannte, aber erschreckend große Spinne vor die Linse.
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Sie hockt bei dem Bilder auf dem Nest der Leptothorax acervorum.
Ja, das Waldterrarium macht Spaß, man kann lange Zeit davor sitzend verbringen, immer auf der Suche nach etwas neuen. Zu meiner Freude erstaunlich viele unterschiedliche Arten von Springschwänzen, manche sogar größer als eine Leptothoraxarbeiterin. Wenn die Lampe des Aquariendeckels an ist, erwärmt sie alles recht schnell. 26°C sind keine Seltenheit- und dann sind die Leptothorax in ihrem Element, sie zeigen ihre ganze Gewandtheit. Ich muss dazu sagen, sie erinnern mich eher an Pseudomyrmecinen als an Temnothorax. Letzte sind plump unterwegs, keine Jäger. Bei den Leptothorax konnte ich schon eine Arbeiterin mit einem gefangenen Springschwanz sehen, gute Jäger. Die Unterschiede der Gattungen sind sehr gut erkennbar, wenn man sie in direkter Nachbarschaft hält.
Jedoch muss ich mir zugestehen, so sonderlich gut lief ihre Beziehung zueinander (Leptothorax-Temnothorax) nicht ab, und ich trage meinen Teil dazu bei. Ich habe einen Fehler gemacht, den man eigentlich hätte vorraussehen sollen. Niemals vor dem Nesteingang einer Art füttern! Ich wollte den Leptothorax etwas gutes tun, und habe ihnen ein Heimchenstückchen vor den Ast geschmissen. Letztendlich angelockt hat es unzählige Temnothorax, die die Leptothorax ganz schön beunruhigten. Wild rannten die Leptothorax umerh, während immer mehr Temnothorax durch Tandemläufe einen Weg zum Futter fanden.
Interessanterweise jedoch blieb alles ohne Todesopfer, sie ärgerten sich nur gegenseitig, aber stachen nie ernsthaft zu, obwohl ich mir Temnothorax gut als Beute von Leptothorax vorstellen könnte. Die dumme Situation hatte wenigstens den Vorteil, dass ich per Video ihre Beziehung zueinander festhalten konnte;

Man ignoriere den schrecklichen Sound. Man sieht gut, wie die Leptothorax nach der Temnothorax schnappt- im Hintergrund wuseln auch ihre Schwestern umher.

Man lernt aus seinen Fehlern. Ich war sehr beeindruckt von der guten Rekrutierung der Temnothorax, und prombt beschloss ich neue Versuche. Auf ein weißes Blatt Papier wurde wieder ein Teil eines Heimchens gelegt, und dann beobachtet. Leider waren sie vom vorherigen Heimchen so satt, dass ich kaum Rekrutierung beoabchten konnte. Ich werde den Versuch wohl wiederholen müssen.
Hier ein Bild, kurz nach dem Aufbau;
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Und dann einige Zeit später:
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Nun aber zu einer weiteren, wie ich finde höchst interessanten Ameisenbeziehung, und zwar Temnothorax zu Temnothorax. Ich habe mindestens 3 verschiedene Nester im Waldterrarium, was passiert wenn eigentlich befremdete Arbeiterinnen aufeinander treffen? Das erste Mal konnte ich kaum festhalten, so schnell ging es. Zuerst wurde kurz betrillert, und dann versuchten sie dich Arbeiterinnen zu stechen, bis sie hinunterfielen und ich nicht weiter beobachten konnte. Also durchaus aggressiv!
Bei dem zweiten Mal passierte etwas interessanteres- die eine Arbeiterin schnappte die andere mit ihren Mandibeln, und hielt sie fest. Beide rühten sich nicht, fingen aber wild an zu stirdulieren.
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Das ging etwa 3 Minuten so, bis eine Leptothorax die Beiden aufscheuchte. Wer weiß, wie lange sie noch in dieser Pose verweilt hätten?

Einmal konnte ich eine Leptothoraxarbeiterin beim Transportieren eines Samens beobachten, der Sinn ist mir bis jetzt nicht klar- es waren keinerlei Elaiosomen vorhanden. Ich nehme an, sie verwendete ihn nur als Nistmaterial.
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Ich muss aber noch über einen weiteren Fehler meinerseits berichten, einen weitaus tragischern der viele Opfer forderte. So ist mir letztes Jahr fast alles ausgetrocknet, und jetzt hab ich alles überflutet- das Wasser steht im Terrarium, und ich habe es zu spät gemerkt.
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Das geht jetzt schon 3 Tage so, und ich bin sicher es hat einigen Tausendfüsslern, Asseln und Regenwürmer das Leben gekostet. Mir bleibt nicht anderes übrig als zu warten, bis das ganze weggetrocknet ist. Ein paar sind aufgetaucht, um sich davor zu retten. Übrigens auch was besonderes, was mich überraschte. Als ich Zuckerwasser träufelte, saß sie plötzlich da:
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Eine Myrmica Königin! Woher kommt sie? Hat das Wasser sie aus ihrer Bruthöhle gelockt? Kam sie mit der neuen Einrichtung, oder ist sie die letzte Überlebende des Myrmica-Volkes vom letzten Jahr? Viele Fragen, die ich mir nicht beantworten kann. Es handelt sich Myrmica rubra, und stolz bin ich über ein Bild von ihr das mir heute gelungen gelungen ist:
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Die Liebe hat wirklich ganz brav stillgehalten.
Und als Belohnung gab es ein Heimchenfüsschen, das sie tapfer gegen Temnothorax verteidigte:
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Und ich muss noch über was ekliges schreiben, schaut Euch mal diese Würmer an, sie parasitieren zwei meiner Nacktschencken [Amerkung: im Nachhinein stellte sich heraus, das es sich nicht um Parasiten, sondern um Geschlechtsorgane handelte]:
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Das wars erstmal

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