Hallo,

es gibt viel Erfreuliches zu berichten. Zum Einen ist das Bewässerungsproblem nun gelöst, also eigentlich einfach weggetrocknet. Pflanzen wachsen gut, das Efeu wohl zu gut. Außerdem wächst die monströse Pflanze sehr schnell, wobei ich recht froh darüber bin, dass sie nur am hinteren Teil des Terrariums wächst, vorne würde sie wohl stören.
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Ich verwende neben der Deckellampe nun noch eine andere, die besseres Licht austrahlt. Wenn die Sonne ins Zimmer scheint oder wenn ich gerne viel Beobachten will, dann wird der Deckel abgenommen- und wenn kein Sonnenlicht scheint, erhellt diese Lampe das Terrarium. Sieht sehr hübsch aus, für mich fast romantisch.
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Auch den Ameisen geht es gut, Temnothorax wuseln eigentlich überall umher, in die Quere sind sie sich nicht mehr gekommen- bedeutet für mich, die Nester sind schön gleichmäßig verteilt. Wobei ich insgeheim über eine weitere Konstruktion nachdenke, hochreichendes altes Geäst auf dem Temnothorax affinis leben soll- aber ob ich das in die Tat umsetze, erstmal abwarten.
Doch nun gibt es weitere Bewohner. Als erstes wäre da ein kleines „Volk“ Camponotus ligniperda zu nennen, bestehend nur aus Königin, Arbeiterin und Brut. Sie sind bis jetzt Konkurenzlos, die großen ligniperda Arbeiterinnen werden gar nichts von anderen Ameisen merken. Ich werde sie natürlich, wenn das Volk zu groß ist, wieder entnehmen.
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Wie man erkennt, leben sie momentan noch im Reagenzglas- gut für mich, denn sobald die asugezogen sind werden sie wohl nichtmehr aufspürbar sein. Die Kolonie habe ich seit letzten Herbst, damals mal von Frank bekommen.

Und die zweiten Bewohner, die machen mich besonders stolz, Aphaenogaster subterranea. Sogar schon ein recht großes Volk, ich habe es Fred bekommen. Sehr hübsche Ameisen, und wie ich finde auch hochinteressant. In der Natur leben sie sehr versteckt, und auch jetzt im Waldterrarium (sie sind nach wenigen Minuten aus dem RG ausgezogen) sind sie eher diejenigen, die unter dem Laub herumkriechen. Sie sind sehr langsam, nur wenn sie einen Springschwanz mit ihren Fühlern bemerken, geben sie kurzzeitig Gas, aber es wirkt nie schnell oder hektisch. Auch die Fühler rudern in vollkommender Ruhe durch die Luft. Sie sind recht klein, kleiner als Myrmica rubra, und man muss schon ähnlich wie bei dem Temnothorax gut hingucken, um sie zu erkennen. Dafür haben sie ein eher untypisches Aussehen, das aber erst mit Lupe richtig sichtbar wird. Kleine Knotenameisen eben, und die Mandibel sind länglich und zeigen eher nach vorne, kleine Greifer, dafür geeignet Springschwänze und Milben zu erhaschen. Durch ihre Ruhe wird klar, absolut geeignet für ein Waldterrarium, die werden kaum aufdringlich. Sie stoßen oft auf Temnothorax, habe auch schon gesehen wie sie eine Arbeiterin packen. Aber die wird dann losgelassen. Ich sehe die beiden Arten fast auf gleichen Niveau was die Dominanz angeht, in den meisten Fällen ist es aber die Temnothorax die zurückweicht – wenn überhaupt notwendig.
Und, auch super klasse, durch die ruhigen Bewegungen sehr fotogen;
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Auf den folgenden Bildern sieht man auch Temnothorax:
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Die Kolonie habe ich von Fred, der die Kolonie von der Königin an aufgezogen hat. Vielen Dank an der Stelle nochmal für die hübschen, kleinen Ameisen!
Das wars erstmal von dem Waldterrarium.

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