Heute gibt es ein spezielles Update, in welchen es nur um das Zusammenleben der 3 Arten im speziellen geht. Es wurden einige Beobachtungen gemacht, welche ich nun schildern möchte.
Wie in anderen schon erwähnt erwähnt, sind die Temnothorax (nylanderi) mit Abstand am häufigsten vertreten, und auch am meisten unterwegs. Zumindest am meisten so erkennbar – das liegt zum einen daran, dass sie freche Oberflächenläufer sind, sie sind allen Anschein nach vor allem auf dem Laub und nicht unter ihm unterwegs, und scheuen auch keine offenen Glasscheiben. Von allen Ameisen sind sie die Einzigen, die auch außerhalb des Terrariums herumlaufen, was aber bei der kleinen Art nicht stört, und da sie keinen sonderlich großen Aktionsradius besitzen, sind sie nur im direkten Umfeld des Terrarium anzutreffen, sie kommen nichtmal herunter bis auf den Fußboden. Zum Anderen haben sie recht große Völker, jetzt im Vergleich zu den Leptothorax.
Ich mache regelmäßig Fütterungsexperimente, bei dem im vorletzten Update beschriebenen ging es vor allem um ihre Rekrutierfähigkeit, jetzt versuche ich ihr Durchsetzungsvermögen genauer zu analysieren. Sie werden allgemein in der Ameisenhalterszene als undominant und kaum Agressiv beschrieben. Wie ich zuvor schon gezeigt habe, sind sie in der Tat wenig aggressiv (gegenüber Leptothorax), außer bei Arbeiterinnen anderer Völker. Jedoch finden bei weiten keine Raubzüge statt, agressionen kommen nur zwischen zwei oder ein paar mehr Arbeiterinnen vor. Konkurrenz um Nistplätze konnte ich bisher nicht beobachten, auch nicht um Futterplätze zwischen mehreren Temnothorax Völkern. Meine These dafür wäre ihre recht potente Rekrutierung – zwar erscheint der Tandemlauf nicht gerade optimal, mit der Zeit entstehen aber schnell kleine Straßen, je größer das Volk ist, umso mehr Arbeiterinnen versammeln sich um das Futtertier. Ich denke, das ist der entshceidente Faktor warum keine direkten Kämpfe zwischen Temnothorax um den Futterplatz entstehen – sobald eines der Völker das Futtertier entdeckt hat, beginnt die Rekrutierung, und nachdem sich einige Arbeiterinnen dort versammelt haben, hat das andere Volk quasi keine Chance mehr daran zu kommen. Das wäre zumindest meien These, werde das weiterhin genauer Beobachten.
Die gute Rekrutierung, wie hier auf dem Bild erkennbar, ich pinne die Futtertiere absichtlich fest, setzt sich auch schnell gegenüber Leptothorax durch- und nach einiger Zeit selbst gegenüber den Aphaenogaster subterranea, auf welche ich auch noch zu sprechen komme.
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Die Leptothorax können auch rekrutieren, durch Tandemlauf- jedoch sind nie mehr als 4 Tiere zur Stelle, das Leptothorax Volk ist wahrscheinlich zu klein für größere Rekrutierungen- außerdem können sie sich, im Gegensatz zu den T. cf. nylanderi, recht einfach Springschwänze u.ä. fangen. Die Temnothorax erscheinen mir dafür zu ungeschickt, konnte nie beobachten, dass eine Arbeiterin mal derartiges ins Nest schleppte. Die Leptothorax sind mehr aufgeregte Jäger und sehr flink unterwegs- bevor das Beutetier komplett von Aphaenogaster subterranea oder Temnothorax umzingelt ist, naschen sie auch mal gerne.
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Zwei Leptothorax acervorum Arbeiterinnen auf dem Weg zum Futter, zuvor waren sie noch im Tandemlauf unterwegs;
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Die Leptothorax sind auch häufig an der Oberfläche unterwegs, jedoch so gut wie nie an der Scheibe, und auch sonst kaum an erhöhten Punkten wie Pflanzen zu beobachten. In der Hinsicht zurückhaltender als die Temnothorax.

Als die Aphaenogaster noch in direkter Nähe meiner Fütterungsstelle lebten, fanden sie auch recht schnell zu dne Futtertieren hin. Sie leben sehr versteckt, sind seltener an der Oberfläche zu beoabchten, vorwiegend unter dem Laub unterwegs. Wie ihre speziellen Mandibel schon zeigen, können sie sich von dem Fang von kleineren Lebewesen wie Springschwänzen ernähren. Größere Beutetiere werden keineswegs verschmäht, sondern schnell ins Nest geschleppt. Pinne ich das Beutetier fest, versammmeln sie sich recht schnell um das Beutetier – sie besitzen eine effektivere Rekrutierung als die Temno- und Leptothorax, und beanspruchten, sofern sie das Tier fanden, beanspruchten sie es komplett für sich.
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Sie waren aber sehr scheu, zuviel Licht oder etwas Pusten verscheuchte die Arbeiterinnen schnell.
Sie sind auch weniger auf den Kampf aus, griffen aber durchaus Leptothorax und Temnothorax an. Die Tiere sind aber keine geborenen Kämpfer- sie öffnen nur ihre Mandibel und schnellen nach vorne, und zwicken die anderen Ameisen- ohne Schaden anzurichten, aber es reicht zum Verjagen der anderen Ameisen.
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Alle drei Arten versammelt an dem Heimchen, links A. subterranea, mitte oben und rechts unten Leptothroax acervorum, alle anderen Temnothorax cf. nylanderi.
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Die Beutetiere werden bei A. subterranea schnell ins Nest getragen, und Larven werden an sie herangelegt, wie man es auch von anderen Aphaenogaster Arten kennt. Kann ich leider keine Bilder davon machen, als sie noch im RG lebten, konnte ich dies aber beobachten.
Auch bei Honigverfütterung verhielten sie sich sehr dominant, und über Nacht wurden die Tropfen komplett mit Erde abgedeckt, das Verhalten kennt man ja bereits bei vielen anderen Ameisenarten.
Hier ein Video der Aphaenogaster, gut erkennbar ihre ruhige Bewegungsweise;

Nachdem sie aus dem RG ausgezogen waren, befanden sie sich in einem Erdnest etwa zentral im Terrarium – dort konnte ich immer die meisten Arbeiterinnen beobachten, und dort gingen auch Straßen und Beutetiere hin. Seit einiger Zeit aber kann ich keine Arbeiterinnen mehr dort entdecken – umgezogen?
Es stellte sich schnell heraus, ja, sie sind umgezogen. Zu meinen Erstaunen jedoch nicht in ein weiteres Erdnest, sondern in einen der Baumstämme. Dort hatte eine anderes Tier, ich vermute eine Käferlarve, zuvor schon ein beachtliches Loch und einen großen Hohlraum drin geschaffen- die Ameisen haben den Eingang zugebaut und regelmäßig sehe ich Arbeiterinnen dort hineingehen.
Zugebauter Eingang:
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Das wars, denke ich. Weitere Berichte und Beobachtungen folgen =)

Über Kommentare freue ich mich immer!
P.S.: Die Camponotus ligniperda gibt es auch noch, sie leben weiterhin im RG. Das Volk besteht mittlerweile aus 4 Arbeiterinnen, furagieren konnte ich sie aber noch nie sehen. Denke sie machen das Nachts.

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