Myrmica sabuleti ist eine häufig anzutreffende Art in wärmeren Gebieten, vorwiegend auf Trockenrasen. Die dominante Myrmica rubra kommt dort nicht vor, es zu trocken und zu warm. Diese Myrmica ist also auf trockenere Habitate spezialisiert, hier lebt sie oft in Nachbarschaft mit Lasius, Tetramorium und Serviformica, sowie anderen Myrmica wie beispielsweise specioides. Hinweiß: Das Habitat muss nicht zwingend Trockenrasen sein, Myrmica sabuleti wurde schon in anderen Habitaten, auch in Feuchtgebieten, gefunden.
Im Gegensatz zu Myrmica rubra wirkt ihr Körperbau gedrungender, ist an den Boden angepasst, ähnlich wie bei Tetramorium. Der Kopf und die Brust erscheint größer und bulliger- ihre Farbe ist wesentlich dunkler, geht bei manchen Arbeiterinnen ins dunkelsbraune- eine Optimale Tarnung. Sie klettern eher ungerne, sind an das Leben auf dem Grund angepasst.
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Ihr Nester befinden sich meißt in der Erde, allerdings habe ich auch schon ein Volk in Totholz gefunden. Wenn man die Art sucht, sollte man nicht in den sonnigsten Bereichen ausschau halten, sondern eher in den etwas schattigeren. Oft sind sind die Standorte verbuscht, und dort im Schatten findet man sie häufig unter Steinen und Moos. Hier sind ein paar Larven eines solchen Volkes;
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Die Völker besitzen weniger Königinnen als beispielsweise Myrmica rubra, es kann vorkommen, dass auch nur eine vorhanden ist. Die Königinnen selbst sind größer und kräftiger gebaut als die von M. rubra, und deutlich dunkler. Hier sind zwei Bilder einer Königin;
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Nun zur mikroskopischen Artbestimmung. Die Arbeiterinen haben teilweise unterschiedliche Färbungen und Größen, man sollte sich davon nicht irritieren lassen. Am Besten ist es, ein Messokular zu verwenden.
Das Unterscheidungskriterium ist, wie im vorherigen Teil bereits erklärt, ihre Scapusbasis. Dort erkennt man diesen „Knicks“ oder „Wölbung“, der (Scapus)Lobus. Er fällt um etwa 30° nach hinten ab, und ist etwas „löffelförmig“.
Hier kann man das halbwegs erkennen:
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Zur weiteren Bestimmung betrachtet man nun den Petiolus, den ersten Knoten. M. sabuleti hat einen hohen, klobigen Petiolus. In Seitenansicht ist er oben etwas abgerundet und hinten in einer Stufe abfallend. Bei M. specioides (Verwechslungsgefahr) würde er gleichmäßig nach hinten abfallen.
Bild (leider unscharf)
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Mit Besten Dank an Roland Schultz.
Viel Erfolg beim Bestimmen!

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