Hallo,

ich halte seit dem 13.05. eine Kolonie von Diacamma sp., welche ich von Kalytta mit etwa 15 Arbeiterinnen bekommen habe. Ich habe die Kolonie selbst auf eine Gamergate überprüft, Kalytta hat mir erklärt wie man das macht. Anfangs dachte ich, es würde kompliziert werden, und das Volk wächst nur langsam- Fehlanzeige, diese Ameisen sind sehr leicht zu halten, und mittlerweile beherbergt die Kolonie etwas doppelt so viele Arbeiterinnen wie anfangs.
Das einzige Problem ist der enorm hohe Futterbedarf- ich kann ihnen soviel reinschmeißen wie ich will, sie fressen es. Diacamma Kolonien kann man daher nicht lange alleine lassen, wenn ich in den Urlaub gehe, werde ich die Kolonie einen anderen Halter zur Pflege geben. Auch Lebendfutter kann man ihnen gut geben, sie sind relativ gute Jäger, wenn auch etwas plump. Von daher recht interessant in der Haltung, eine weitere interessante Eigenschaft ist das Aufnehmen von Flüssigkeiten – sie tragen kleine Tröpfchen zwischen ihren Mandibeln umher. Ansonsten sind sie sehr neugierig, betrachten alles was man ihnen hinhält. Gegenüber dem Menschen sind sie nicht aggressiv, man kann sie problemlos ohne Stiche zu fürchten händeln.
Allerdings hat die Art auch eine unangenehme Schattenseite: Sie sind absolute Drecksschweine, wenn ich das mal so sagen darf. Sie durften bei mir schon zweimal das RG wechseln, der Wassertank wird schnell grün und stinkt extrem beim säubern. Noch dazu kommt, dass sie absolut keine Ordnung im Nest halten, nach kurzer Zeit ist das RG innen so verdreckt das kaum mehr etwas erkennen kann. Sie leben bei mir halb im RG, halb in einem Ytongnest. Eigentlich sollten sie nur ins Ytongnest, hatte mich aber in der Größe der Kolonie verschätzt, weshalb sie das RG noch mitbenutzen. Auch der Ytong ist mittlerweile so dreckig, dass ich keine gescheiten Bilder hinbekomme, nur dieses hier welches einen groben Eindruck vermittelt.
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Über die Entwicklungszeiten kann ich nicht viel sagen, weil ich kaum Einblick habe – aber die Puppenzeit ist, wie auch bei anderen Ponerinen wie Odontomachus, deutlich am längsten. Die Puppenhülsen werden nach draußen geräumt, man kann daran den aktuellen Stand der neugeschlüpften Arbeiterinnen erkennen.
So, hier noch ein paar Bilder einer Arbeiterin:
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Die zwei Nester (RG&Ytong) sind miteinander durch einen, von den Ameisen selbstschaffenen, Erdwall verbunden. Anfangs waren es nur zwei Wände, dann wurde immer mehr zugebaut und mittlerweile ist oben nur noch ein kraterförmiger Nesteingang, was sehr hübsch aussieht:
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