August 2010



Hallo,

ich bin schockiert. Vergleicht mal diese Brutanzahl mit der von vor einer Woche!
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Das wird mächtig viel Nachwuchs geben. Außerdem brauchen sie bald ein neues Nest… Dafür muss ich mir was einfallen lassen.
Weitere Einblicke ins Nestinnenleben:
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Die Crematogaster reagieren immer sehr gelassen, wenn ich den Lichtschutz abnehme, es gibt kaum Reaktionen darauf.
Auf Honig fahren sie sehr ab, es befinden eigentlich immer ein paar Arbeiterinnen dort.
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Der Umzug ist abgeschlossen. Die Odontomachus haben tatsächlich einen großen Erdwall zwischen den beiden Nestern gebaut, und auch nachdem ich den alten Ytong entfernt hatte, wurde das neue Nest erstaunlich gut ausgebaut. Ich habe versucht, es regelmäßig zu dokumentieren, aber seht selbst.
Erstmal der Haufen zwischen neuen und alten Nest:
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Nach dem Entfernen des alten Nests habe ich auch gleich den Haufen weggeräumt, der sah unschön aus. Die aemsien haben dann gleich angefangen, den nach ihren Vorstellungen zu kleinen NEsteingang komplett zuzubauen- und, weil sie shconmal dabei waren, haben sie auch außen herum Erde aufgeschichtet. Ich habe testweise einen Ast in kurzer Entfernung zu dem Nesteingang hingelegt, weil ich wissen wollte, wie oder ob sie diesen integrieren werden.
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Zum meiner Überraschung wurde immer mehr Erde aufgetürmt, und tatsächlich auch der Ast miteinbezogne, erste kleine Erdwälle befanden sich darauf. Im Gegensatz zu anderen Ameisen wird einfach nicht nur grob und plump Baumetrial draugeworfen, sondern jedes Krümelchen Dreck bekommt seinen Besonderen Platz auf dem Haufen. Sie bauen sehr dünnwändig, was gar nicht danach aussieht, aber im inneren befinden sich kleine Gänge, welche schließlich zu dem Ytong hineinführen. Es entstand ein kleiner Turm, auf dessen Spitze der Eingang war.
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Der Hügel wurde größer.
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Und größer, er weitetete scih nach hinten aus, er hat mehrer Eingänge, die sich größtenteils in Bodennähe befinden.
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Und sie bauten weiter:
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Ein Nesteingang:
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Diese Ameisen bauen trotz ihrer Koloniegröße sehr beachtliches. Eigentlich graben sie sich keine Nester, sondern sie trümen ihre Nester selbst auf. Auch „Schleichwege“ werden überbaut, man siehe auf diesen Bild oben das Efeu.
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Wahre kreative Künstler, kann ich dazu nur sagen. Manchmal drücken sie Erdbrocken sogar kurz mit ihren Forderfüßen fest. Bleibt etwas an den Mandibeln hängen, und geht nicht gescheit ab, dann Streifen sie mit ihnen am Grund entlang, bis der Dreck weg ist. Beim Bau verhalten sich die Arbeiterinnen einzelgängerisch; jede nimmt einen Brocken, nicht sonderlich groß (geschleift wird gar nichts, nur getragen) und plaziert ihn selbstständig. Das mehrere Arbeiterinnen an einen Brocken ziehen o.ä. habe ich noch nicht beobachten können. Trotzdem scheint ihre Arbeit perfekt abgestimmt.

Ich habe hier auch ein paar Einblicke ins Nest. Wie diese Ameisen so sind, haben sie mir natürlich gleich erstmal ein wenig Dreck an die Scheibe geklebt :schreck:
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Zu dem Jagd und Rekrutierungsverfahren habe ich auch Neuigkeiten. An einer Stelle verfüttere ich immer Honig, aber nur unregelmäßig. Gestern in der Dämmerung, wenn sie aktivsten sind, hat sich eine kleine Straße zu dem Punkt hingebildet. Ich weiß aber nicht, ob sie Duftspuren anlegen, oder jede Ameise den Weg individuell kennt. Beim Hin- und rückweg werden natürliche Schutzmöglichkeiten wie Laubblätter sehr gerne genutzt.

Zur Jagd, hier habe ich ja schon ein paar Dinge becshrieben. Bei kleinen futtertieren wie den Bohnenkäfer nutzen die Odontomachus fast nur ihre Mandibel; sie lassen sie zuknallen, mehrmal hintereinander, bis das Opfer wohl betäubt ist, und werden erst dann im Ganzen abtransportiert. tote Tiere mögnesie nicht sonderlich, das wird oft liegen gelassen. Ich verfüttere auch Asseln, nehme immer ein paar aus der großen Population in meinen Waldterrarium; diese werden schnell getötet, und was sie nicht brauchen, lassen sie einfach liegen. Sie sind also aggressiv, und lassen nichts am Leben. Ich wollte nun mal etwas besseres, passenderes besorgen. Etwas, dass schnell ist, aber nicht Scheiben hochkommt, und genau die richtige Größe besitzt. Als „Beschäftigungstherapie“, denn die Ameisne jagen sehr gerne, es sollte ihnen nicht sofort gelingen, es zu fangen, wie es bei Asseln und Bohnenkäfern war. Ich ging also raus, und überlegte. Mir kamen die Wolfspinnen in den Sinn, sehr schnell, passende Größe, kein harter Panzer. Allerdings passen vielleicht die Odontomachus in ihr Jagdschema, ich nahm also nur probeweise eine dieser sehr schnellen Spinnen mit.
Zu meiner großen Überraschung dauerte es keine 30 Sekunden, und die Spinne war erlegt, von einer einzigen Arbeiterin. Ich war richtig baff; sie verwenden ein anderes Jagdverfahrne bei den Spinnen als bei den kleinen Käfern. Anstatt ständig mit den Mandibeln in Richtung Beute zu „schnipsen“, wurden die Spinnen richtig schnell, anscheinend sogar angesprungen, gepackt und mit einem Stich sofort außer Gefecht gesetzt. Ich testete mit einer weiteren Spinne, kuam wurde diese entdeckt, war es auch schon aus mit ihr. Das hat mich richtig erstaunt, wo die Wolfspinnen zu den schnellsten einheimschen Spinnen gehören.
Ihr Gift ist sehr potent, der beste Vergleich ist der mit Leptogenys, welche ich auch mal gehalten hatte. Sind ja auch etwas mit ihnen verwandt. Jedenfalls sterben die Tiere sehr schnell innerhalb weniger Sekunden, und lösen sich anscheinend innerlich schon auf. Die Spinne wurde in zwei Teilen abtransportiert, sie ließ sich einfach auseinander pflücken. Ich probierte selbiges nochmal mit einem Heimchen, welche duetlich schwieriger für die Odontomachus zu Jagen sind. Die kriegen sie nur, wenn sie sehr hungrig sind und viele unterwegs. Die Heimchen flüchten durch ihre Sprünge fast jedes mal wieder in Sicherheit. Doch bei diesem einen hatten die Odontomachus Glück, kaum war der Stich gesetzt, lag das Heimchen auf dem Rücken, sein Hinterleib bewegte sich schnell rauf und runter, und die Beine zuckten nur noch vereinzelt, während es dann abtransportiert wurde.
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Vielleicht neige ich ja dazu ein klein wenig zu übertrieben, aber ich liebe diese Ameisen einfach, finde sie sehr spannend und kann Stunden vor dem Formikarium verbringen. Meist lese ich dann nebenher noch etwas.

Da das nächste Update wahrshceinlich noch eine Weile dauern wird, mein bisheriges Fazit nach mehreren Monaten Haltung: Tolle und einzigartige gattung, die es sich lohnt zu halten, schon allein wegen dem Aussehen. Wenn man sie hält, sollte man ihnen unbedingt ein Terrarium anbieten, dass ihnen viele Möglichkeiten lässt- natürlich eingerichtet, und man entdeckt das versteckte Potenzial. Sie sind leicht zu halten, und uahc für Anfänger geeignet. Nachteile, sonderlich groß sind ise nicht, aber es gibt auch größere Arten (z.B. O. hastatus). Außerdem sehr aggressiv und für Gemeinschaftsbecken, nichtmal mit Temnothorax, nicht geeignet.


Hallo,

ich war heute wieder im Trockenrasengebiet, und konnte endlich mal wieder was besonderes beobachten, nämlich Formica pratensis. Diese Ameisenart ist zwar nicht sonderlich selten, allerdings habe ich sie in besagter Umgebung noch nie gesehen. Komisch, dass ich sie bisher übersehen hatte, denn die hatten sogar einen recht hohen Ameisenhaufen in der Wiese. Sie waren gerade beim Umzug, eine lange Straße, auf der Arbeiterinnen Nestgenossinnen umhertrugen. Das machte mich auf das Volk aufmerksam.
Die Art gründet wie alle Waldameisen sozialparasitär bei Serviformica.

Das Nest:
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Arbeiterinnen:
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Grüße, Phil


Ist nun ja schon über einen Monat her, dass ich berichtet habe. Lustig, dass mein letzter Bericht die Umsiedlung in ein neues Becken war; denn dies ist jetzt wieder der Fall.
Insgesamt gibt es nicht arg viel zu berichten, die Odontomachus leben gut, es sind deutlich mehr als früher. Sie fingen mit der Zeit an, immer mehr die Arena zu durchgraben. Diese Ameisen sind perfekte Jäger, und hatten zwischen Steinen und unter Blättern „Schleichwege“, ich weiß nicht ob sie die selbst gebaut haben oder einfach das Gelände genutzt. Jedenfalls war es sehr interessant, sobald ich Futter hineinwarf, das waren eine Zeitlang solche Bohnenkäfer, dann kamen sie aus allen Ecken und Enden des Terrariums hervor und schnappten sich diese. Ca. 10 Arbeiterinnen waren dann schonmal auf Jagd unterwegs. Sie lieben übrigens das Jagen, gibt nichts Spannenderes als ihnen dabei zuzusehen. Die Tiere ertasten dabei mit den Fühlern voran die Umgebung, können allerdings auch ganz gut sehen. Wird etwas entdeckt, wird dieses neugierig und vorsichtig beäugt. Steht der Entschluss fest, dass es essbar ist, schnellen die Arbeiterinnen nach vorne, und lassen erstmal ihre Mandibel knallen. Wenn mehrere jagen, hört sich das an, als würde jemand seine Zehnägel mit so nem Nagelknipser schneiden. Gestochen wird recht spät, wenn das Beutetier geschnappt ist, und noch zuviel zappelt. Größere Tiere wie Heimchen werden auch gejagt, allerdings bekommen sie die fast nie zu fassen. Trotzdem werden diese manchmal trotz der verwirrenden Sprünge sehr lange verfolgt. Hier ein Bild einer Arbeiterin, auf dem man die Augen gut sieht;
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Das kleine Ytongnest hat ihnen dann nicht gereicht, ich hatte nicht sorgfältig geplant, dachte das würde noch ne Zeitlang reichen; jedenfalls schleppten sie dann Erde und anderen Dreck alles vor den Nesteingang und bauten einen Hügel mit mehreren Eingängen. Lustig zu sehen, wenn sie daraus hervorlinsen.
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Na ja, das Ganze sah natürlich nicht so sonderlich schön aus, also fiel bei mir gestern der Entschluss, ein neues Nest und ein neues Formikarium muss her. Ich nahm mir das alte Glasterrarium (30x20er), in welchem früher mal ein kleines P. dives Volk gehaust hatte und füllte den Grund mit ein paar Kieselsteinen und nahm immer feinere, bis die Bodenschicht stand. Das Ytongnest habe ich dort auch gleich integriert. Die Methode habe ich von Frank abgeguckt; Oben auf die Steinschicht kam dann erst die Erde, die Ameisen können dank dieser Kontruktion nicht sonderlich gut graben und zusätzlich ist die Bewässerung gewährleistet; ein paar Millimeter steht immer Wasser unten, der Ytong saugt sich automatisch voll und die Pflanzen müssen dann auch nicht zusätzlich bewässert werden und für hohe Luftfeuchtigkeit ist auch gleichzeitig gesorgt. Vorteile über Vorteile :)
Das Terrarium im Moment, die paar Pflanzen werden noch wachsen;
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Die Umsiedlung gestaltete sich zum Glück einfacher als erwartet. Die Arbeiterinnen, die nicht im Nest saßen (etwa 10-15), konnte man nicht mit der Pinzette packen, dafür aber einfach auf Blätter scheuchen und so rübersetzten. Sie haben mich ein paar Mal gezwickt, aber das merkt man fast gar nicht, sie kommen nicht durch die Haut. Gestochen wurde ich glücklicherweise auch nicht (obwohl es mich doch interessiert hätte, wie schlimm der Stich ist).
Das alte Nest im Terrarium sieht zwar unschön aus. Ich hoffe allerdings dass sie bald ins neue, erwärmte, umziehen werden. Im Moment machen sie aber eher Anstalten, unter dem alten Nest eine Kammer anzulegen. Aber mal abwarten. Von der Brut sieht es ganz in Ordnung aus, jede Menge Puppen, min. 12 Stück, aber nur kleine Larven. Das kommt wohl daher, dass sie eine Woche lang, während ich im Urlaub war, nicht gefüttert wurden. Honig nehmen sie nach wie vor ganz gerne an, und tragen die Tropfen zwischen den Mandibel, wie ich es schon einmal beschrieben hatte.
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Übrigens habe ich eine neue Verhaltensweise entdeckt. Im Nestbau scheinen sie geschickt zu sein. Sie nehmen Erdklumpen, und drücken sie an die gewünschte Stelle, dann drehen sie ihren Kopf von links nach rechts um den Brocken besser zurechtzudrücken. Sieht sehr cool aus, habe ich noch bei keiner anderen Art beobachtet.
Das wars erstmal, bis dann. Just in diesem Moment bauen sie eine seltsame Mauer zwischen den beiden Ytongnestern. Ob das ein überdachter Umzug wird?


Heute mal ein neues Bild, und dazu noch ein Video von einer Fütterung. Trotz dass die Kolonie noch recht klein ist, findet eine schöne Straßenbildung auf den dürren Ästen statt. Ein absolutes Highlight dieser Art, wie ich finde.
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Die ganzen letzten Male habe ich nur über die M. cf. wasmanni berichtet, nun möchte ich doch mal Bilder der anderen, deutlich größeren Messor cf. semirufus zeigen.
Diese haben mittlerweile eine recht stattliche Koloniegröße, und leben seit einiger Zeit in einem Ytong, der im Moment natürlich noch etwas groß für sie ist; aber sie werden dort schon hineinwachsen. Im Vergleich zu der anderen Messor sind diese nicht nur deutlich größer, sondern auch viel Hungriger auf Proteinnahrung, und schleppen deutlich weniger Körner ein.
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Ameisenbrot:
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Der Kopf der Königin, darunter der Kopf eines gerade schlüpfenden Majors;
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Die Hauptbrutkammer im Überblick; da kommt noch einiges an Nachwachs, Brut in allen Stadien ist vorhanden.
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Insgesamt eine sehr einfach zu Haltende Art!


Hallo,

ich halte seit fast einem Monat eine Kolonie Crematogaster scutellaris, diese gedeiht prächtig. Ich halte sie eigentlich sehr simpel, eine kleine Box ohne Deckel (das sorgt für optimalen Luftaustuasch, ich glaube es tut der Kolonie gut) mit Paraffinöl gesichert. Als zusätzliche Wärme verwende ich nur eine kleine Lampe (die kaum Wärme abgibt). Ich verfüttere nur hin und wieder eine Fliege oder Heimchen und etwas Honigwasser. Meine Abwesenheit haben sie ohne Probleme überstnaden, mit scheint, als würden sie eine Art Lager anlegen, im RG ist ein Haufen von zerkleinerten Fliegenteilchen.
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