Ist nun ja schon über einen Monat her, dass ich berichtet habe. Lustig, dass mein letzter Bericht die Umsiedlung in ein neues Becken war; denn dies ist jetzt wieder der Fall.
Insgesamt gibt es nicht arg viel zu berichten, die Odontomachus leben gut, es sind deutlich mehr als früher. Sie fingen mit der Zeit an, immer mehr die Arena zu durchgraben. Diese Ameisen sind perfekte Jäger, und hatten zwischen Steinen und unter Blättern „Schleichwege“, ich weiß nicht ob sie die selbst gebaut haben oder einfach das Gelände genutzt. Jedenfalls war es sehr interessant, sobald ich Futter hineinwarf, das waren eine Zeitlang solche Bohnenkäfer, dann kamen sie aus allen Ecken und Enden des Terrariums hervor und schnappten sich diese. Ca. 10 Arbeiterinnen waren dann schonmal auf Jagd unterwegs. Sie lieben übrigens das Jagen, gibt nichts Spannenderes als ihnen dabei zuzusehen. Die Tiere ertasten dabei mit den Fühlern voran die Umgebung, können allerdings auch ganz gut sehen. Wird etwas entdeckt, wird dieses neugierig und vorsichtig beäugt. Steht der Entschluss fest, dass es essbar ist, schnellen die Arbeiterinnen nach vorne, und lassen erstmal ihre Mandibel knallen. Wenn mehrere jagen, hört sich das an, als würde jemand seine Zehnägel mit so nem Nagelknipser schneiden. Gestochen wird recht spät, wenn das Beutetier geschnappt ist, und noch zuviel zappelt. Größere Tiere wie Heimchen werden auch gejagt, allerdings bekommen sie die fast nie zu fassen. Trotzdem werden diese manchmal trotz der verwirrenden Sprünge sehr lange verfolgt. Hier ein Bild einer Arbeiterin, auf dem man die Augen gut sieht;
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Das kleine Ytongnest hat ihnen dann nicht gereicht, ich hatte nicht sorgfältig geplant, dachte das würde noch ne Zeitlang reichen; jedenfalls schleppten sie dann Erde und anderen Dreck alles vor den Nesteingang und bauten einen Hügel mit mehreren Eingängen. Lustig zu sehen, wenn sie daraus hervorlinsen.
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Na ja, das Ganze sah natürlich nicht so sonderlich schön aus, also fiel bei mir gestern der Entschluss, ein neues Nest und ein neues Formikarium muss her. Ich nahm mir das alte Glasterrarium (30x20er), in welchem früher mal ein kleines P. dives Volk gehaust hatte und füllte den Grund mit ein paar Kieselsteinen und nahm immer feinere, bis die Bodenschicht stand. Das Ytongnest habe ich dort auch gleich integriert. Die Methode habe ich von Frank abgeguckt; Oben auf die Steinschicht kam dann erst die Erde, die Ameisen können dank dieser Kontruktion nicht sonderlich gut graben und zusätzlich ist die Bewässerung gewährleistet; ein paar Millimeter steht immer Wasser unten, der Ytong saugt sich automatisch voll und die Pflanzen müssen dann auch nicht zusätzlich bewässert werden und für hohe Luftfeuchtigkeit ist auch gleichzeitig gesorgt. Vorteile über Vorteile :)
Das Terrarium im Moment, die paar Pflanzen werden noch wachsen;
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Die Umsiedlung gestaltete sich zum Glück einfacher als erwartet. Die Arbeiterinnen, die nicht im Nest saßen (etwa 10-15), konnte man nicht mit der Pinzette packen, dafür aber einfach auf Blätter scheuchen und so rübersetzten. Sie haben mich ein paar Mal gezwickt, aber das merkt man fast gar nicht, sie kommen nicht durch die Haut. Gestochen wurde ich glücklicherweise auch nicht (obwohl es mich doch interessiert hätte, wie schlimm der Stich ist).
Das alte Nest im Terrarium sieht zwar unschön aus. Ich hoffe allerdings dass sie bald ins neue, erwärmte, umziehen werden. Im Moment machen sie aber eher Anstalten, unter dem alten Nest eine Kammer anzulegen. Aber mal abwarten. Von der Brut sieht es ganz in Ordnung aus, jede Menge Puppen, min. 12 Stück, aber nur kleine Larven. Das kommt wohl daher, dass sie eine Woche lang, während ich im Urlaub war, nicht gefüttert wurden. Honig nehmen sie nach wie vor ganz gerne an, und tragen die Tropfen zwischen den Mandibel, wie ich es schon einmal beschrieben hatte.
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Übrigens habe ich eine neue Verhaltensweise entdeckt. Im Nestbau scheinen sie geschickt zu sein. Sie nehmen Erdklumpen, und drücken sie an die gewünschte Stelle, dann drehen sie ihren Kopf von links nach rechts um den Brocken besser zurechtzudrücken. Sieht sehr cool aus, habe ich noch bei keiner anderen Art beobachtet.
Das wars erstmal, bis dann. Just in diesem Moment bauen sie eine seltsame Mauer zwischen den beiden Ytongnestern. Ob das ein überdachter Umzug wird?

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