Abstract

I’m keeping some colonys of Temnothorax sp. which I’ve caught in croatia this year. The species could be exilis, but I’m not sure. They are really interessting, I’m keeping them in a small observation nest which I can put under my binocular. They are about 2-3 mm long and have a yellow colouration. They are arboreal. For recrutation for the food they don’t use a scent trail as normally much ants does, they do a tandem recruitment. The worker, which knows where the foodsource is, lead her nestmates to the foodsource. For that, the nestmate touches the other worker with her antennae on her hind legs and follows her. The other worker goes forward as long as the other touches her. If the foodsource is e.g. an dead insect, it gets reduced into small pieces, which were transported to the nest. There, the larvae eat it, as it could be seen in the video. Liquid food like sugarwater, honeydew or haemolymph gets distributed which trophallaxis in the ant colony.

__________________

Ich halte derzeit einige Völker von Temnothorax sp., welche in Kroatien gefangen wurden. Die Art ist mir unklar; erst hielt ich sie für affinis, mittlerweile glaube ich, dass es sich um exilis handelt. Sicher weiß ich es nicht.
Die Art ist etwa 2-3 mm groß, ein bisschen größer als unsere häufige Temnothorax nylanderi. Ihre Körperbau ist typisch für Temnothorax, etwas pummeliger im Vergleich zu z.B. Leptothorax. Sie hat eine Honiggelbe Färbung, die an manchen Stellen ins braune bis ins hellgelbe abweicht. Der Kopf ist etwas dunkler, die Gaster besitzt zwei hellere Flecken und einen braunen Querstreifen. Außerdem befindet sich bei manchen (nicht bei allen!) Arbeiterinnen ein runder, schwarzer Fleck auf der Gasterunterseite. Die Ursache dafür ist mir unbekannt.

Bild
Sie leben auf Bäumen in Ästen und in der Borke, eigentlich überall wo es passende Hohlräume gibt, auch gerne in Gallen und Nüssen. Sie müssen sehr Temperatur unempfindlich sein, da der Ast selbst keine gute Isolierung gegenüber Kälte und Hitze bietet. Sie sind daher thermophil, nisten im Terrarium an den möglichst wärmsten Stellen und sind bereit, ständig umzuziehen nur der Temperatur wegen.
Was ihr Nest und die Nahrung angeht, sind sie absolute Opportunisten. Als arboricole Ameisenart sind sie nicht auf Nestfeuchtigkeit angewiesen, sie können jederzeit ihr Nest selbst „bewässern“, bzw. die feuchtigkeitsbedürftigen Glieder des Staates verpflegen. Die Arbeiterinnen furagieren sehr unauffällig, und gehen dabei Konflikten aus dem Weg. Richtig erjagen können sie nichts, da ihre Geschwindigkeit relativ langsam ist. Das Sehvermögen ist  schlechter als das von z.B. Leptothorax, hell-dunkel Untershcide werden aber natürlich noch wahrgenommen. Droht Gefahr, verstecken sie sich. Die meiste Zeit allerdings sind sie im gleichmäßigen Tempo unterwegs, wobei sie für so kleine Ameisen ganz erstuanliche Strecken zurücklegen. Ihre Erkundungsdrang ist groß, in der Natur müssen sie schließlich jeden noch so kleinen Futterbrocken finden und auflesen.
Die Arbeiterinnen furagieren zuerst einzeln. Futter erkennen sie mithilfe des bestatens mit den Fühlern, man kann das leicht unter dem Binokular erkennen; Kurz werden beide Fühlerspitzen an das vermeintliche Futter angedockt, danach ist entschieden ob es verwertbar ist oder nicht. Handelt es sich um eine Flüssigkeit, in der Natur meistens heruntergetropfter Honigtau, wird soviel aufgenommen wie möglich. Die Arbeiterinnen verweilt einige Minuten still an der Futterquelle, ist ihr Korpf bis obenhin gefüllt, läuft sie zum Nest zurück, hierbei wahrscheinlich einer eigen gelegten Duftspur folgend. Kommt sie ins Nest, wird sie gleich von mehreren Arbeiterinnen empfangen, und gibt das Futter per Trophallaxis weiter. Ich habe beobachtet, dass manchmal sogar 2 Arbeiterinnen gleichzeitig von ihre Nahrung aufnehmen. Es wird anschließend immer wieder weitergegeben, die Finderin hält sich allerdings nun nicht mehr sonderlich lange im Nest auf, sondern führt weitere Arbeiterinnen zur Futterstelle.
Temnothorax können nicht für ihre Genossen lesbare Spuren produzieren, die Arbeiterin muss die anderen also zu der Futterstelle hinführen. Das geschieht mittels Tandemlauf. Die Finderin geht vorran, ein oder zwei weitere Ameisen folgen ihr, jeweils mit den beiden Antennen an den Hinterbeinen der vor ihnen befindlichen Arbeiterin. So entsteht eine kleine Kette. Immer wieder hält die Vorderste an, damit ihr Gefolge auch mithält. Sie läuft nur immer nur dann, wenn auch ein Fühler ihre Hinterbeine berührt. Verliert sie ihr Gefolge, geschieht dies nicht, dann verharrt sie sofort auf einer Stelle. Das sieht ganz lustig aus, die Arbeiterinnen sieht wie erstarrt aus, nur ihre Fühler bewegen sich hin und her. Das Gefolge sucht nun die unmittelbare Umgebung ab, solange bis die Tandemführerin wieder gefunden ist. Entfernt man das Gefolge komplett, wartet die Führerin einige Zeit, dreht sich aber dann um, und sucht ihr Gefolge. Finden sie sich wieder, nehmen sie wieder passende Positionen ein, und der Gänsemarsch geht weiter. Hierbei kann es auch zu Fehlern kommen, ich habe einmal einen solchen Tandemlauf beobachten können, bei dem die Führerin anscheinend ihre Spur nicht richtig verfolgt hat, sie sind mindestens 6 Mal im Kreis gelaufen mitsamt Gefolge.
Handelt es sich nicht um eine Flüssigkeit, sondern um festes Proteinfutter,  wird dieses noramlerweise zerlegt. Das Futter wird nicht am ganzen Stück ins Nest transportiert, das wäre in der Natur verhängnissvoll. Die Nesteingänge sind gerade so groß, dass die kleinen Arbeiterinnen hindurch passen, und der Transport auf und in Bäumen wäre zu schwer mit zu großen Futterstücken (vgl. Crematogaster). Es werden Mundgerechte Stücke abgetrennt, immer kleiner als die Ameisen selbst groß ist. Diese werden dann ins Nest gebracht, zu ihrer Brut. Dort werden die Stücke weiterverarbeitet, an manchen Stücken kauen mehrere Arbeiterinnen gleichzeitig herum. Die Hämolymphe des Insekten, bzw. alles was flüssig ist kann von den Arbeiterinnen hierbei aufgenommen werden. Das wird dann anschließend per Trophallaxis an die Larven abgegeben. Ist die Nahrung soweit zerkleinert, dass es nur noch winzige Stückchen sind, werden sie auf an die Larven abgegeben, welche im Gegensatz zu den Arbeiterinnen ganze Stücke herunterschlucken können. Man sieht das auf folgenden Video gut, man achte auf die schwarze Färbung des Stückes, und wie es langsam in der Larve verschwindet:

Die Larven besitzen eine Behaarung, welche dafür sorgt, dass sie nicht zu dicht aneinenader kleben und sich evtl. selbst aufressen. Im meinen derzeitigen Nest sind die größeren Larven von den kleineren räumlich getrennt, ob das immer so ist weiß ich nicht. Die Larven werden natürlich nicht nur gefüttert, sondern auch regelmäßig geputzt, ebenso wie sich die Arbeiterinnen untereinander putzen.
Damit ich das Volk besser beobachten kann, musste ich die Arbeiterinnen erst an Licht gewöhnen, denn andererseits würden sie ständig in Panik geraten sobald ich den Lichtschutz abnehme. Dafür habe ich ein Stück etwas lichtdurchlässige Serviette verwendet, es war den Ameisen dunkel genug aber natürlich nicht ganz dunkel. Irgendwann gewöhnten sie sich an das Licht, ich kann nun den Lichtschutz für etwas länger als eine Minute weglassen, und Vorgänge im Nest beobachten, ohne dass die Ameisen in dieser Zeit ihre normalen Handlungsabläufe unterbrechen.

Die geschilderten Beobachtungen sind übrigens auf die meisten (alle?) Temnothorax übertragbar. Ich habe das jetzt nur gerade anhand der Temnothorax sp. aus Kroatien geschrieben, weil ich diese Art hier habe und sie seit ein paar Wochen beobachten kann.

Advertisements