Januar 2011



Abstract

It was getting more complicated. All of the moss died, and the other plants are growing fast and somehow strange. It doesn’t look very good. And also the ants made some problems; I’ve no idea how they are doing, and they seem to nest everywhere. Everytime I fill in some water, I fear that I could destroy some parts of the nest. So, I decided to get them out of the terrarium. I really enjoyed keeping these nice ants, but I’ve kept them long enough (nearly a year) and so I’ll sell the colony – this is probably the last update of this keeping diary. EDIT: Colony selled.

_______________

Der Zustand des Terrariums hat sich zunehmend verschlechtert. Das Moos ist mir weggestorben, und die anderen Pflanzen haben ganz schön gewuchert, aber recht unregelmäßig was nicht schön aussieht. Außerdem lassen sich die Ameisen nicht mehr im Nest blicken, in das ich ohnehin schon schlechte Einsicht hatte. Sie scheinen überall zu wohnen, und nach jeden Bewässern muss ich fürchten, dass ich dem Nest irgendwie Schaden zugefügt habe.
Ich halte sie nun schon eine ganze Weile, über ein Dreivierteljahr, und mich interessiert wie es der Kolonie überhaupt geht. Man kennt es ja, man hat keine Nesteinsicht und kann den Zustand der Kolonie überhaupt nicht kontrollieren. Lebt die Königin überhaupt noch? Ich mag die Ameisen zwar sehr, aber nächstes Jahr ziehe ich wahrscheinlich um, und kann nur wenig mitnehmen (wenn überhaupt), und es gibt so viele andere interessante Ameisen. Ich werde Kolonie also verkaufen.

Doch erstmal zur Umsiedelung. Diese gestaltete sich komplizierter als erwartet – ich habe ja den Hauptteil des Nestes unter dem Erdhügel erwartet. Dort waren aber nicht sonderlich viele Arbeiterinnen unterwegs. An manchen seltsamen Stellen lagerten sie Brut zusammen mit wenigen Arbeiterinnen, aber mir kam es so vor als hätten sie überall kleine sporadische Nester. Ich war überrascht, wie wenig Ameisen es doch sind. Ich hatte um die 100 Arbeiterinnen erwartet, am Ende waren es nur etwa 40. Einige Puppen und die ein oder andere Larve konnte ich retten, alles weitere ist bei der Aktion verloren gegangen. Da die Erde schwarz war, war es noch schwieriger überhaupt etwas zu erkennen. Ich dachte schon, ich hätte die Königin verloren, aber irgendwann tauchte sie dann doch auf. Ich habe versucht alle Arbeiterinnen herauszubekomen, was nicht einfach war. Eine Pinsel-Löffel-Kombination hat sich als erfolgreich erwiesen, so bekam ich die wirklich schnellen Arbeiterinnen in die Box mit zwei Reagenzgläsern. Mit dem Löffel grub ich immer wieder, schließlich hatte ich ein recht hohes Substrat.

Ergebnis, wie gesagt, ca. 40 Arbeiterinnen, zum Glück die gesunde Königin und ca. 15 Puppen und ein paar Larven. Ich bin mir sicher, dass es mal mehr Arbeiterinnen waren, und wahrscheinlich wäre mir die Kolonie irgendwann im Terrarium mal weggekippt- oder aber sie hätten sich zu schnell vermehrt und es somit für mich noch schwieriger gemacht, sie herauszuholen.
Bild

Die Box – die meisten Arbeiterinnen befinden sich schon im RG.
Bild
Das Reagenzglas

Gut möglich, dass der Haltungsbericht hier endet. Es lohnt auf jeden Fall Odontomachus zu halten, die mit kaum einer anderen Ameise vergleichbar sind. Ich mag sie wirklich, aber man muss leider Prioritäten setzen. Anbei noch ein Dankeschön an Fred, der mir die Königin gab.

EDIT: Kolonie verkauft.

Advertisements

Abstract

The genus of Myrmoteras is very interesting. They are formicines, but have trap-jaw mandibles. They are somehow primitive, and resembles to other primitive formicines like Gesomyrmex, Opisthopsis or the south-american Gigantiops. They are about 5 mm long, and have very big eyes. They nutriment is most probable some Collembola. Much information about every species of Myrmoteras are found here in this work of M. Moffett, who also kept this ants in the 80s: Moffett, M.: Revision of the genus Myrmoteras

And another, newer Revision of D. Agosti (thx@Teleutotje): http://gap.entclub.org/taxonomists/Agosti/1992.pdf The whole genus contains 31 species!

Maybe the best pictures of Myrmoteras are made of Alex Wild, see here: http://www.alexanderwild.com/Ants/Taxon … 6599_vqK5d

I’m keeping currently are small colony with 9 workers and a queen. These ants are really cool in their behavior. They move normally slowly, but when they see something interesting, they stop and look carefully at it. Then, they funny movements with their gaster. They can be very fast when they’re scared. There will be a better video of them.

________________

Hallo,

ich möchte gerne über eine sehr interessante Ameisengattung berichten, Myrmoteras. Diese Gattung gehört zur Unterfamilie der Formicinae, und weißt einige Besonderheiten auf. Das Auffälligste sind die Schnappkiefer.
Von den Schnappkieferameisen hat sicher jeder Ameisenhalter schon mal gehört, meistens werden Arten der Gattung Odontomachus oder Anochetus als solche bezeichnet. Allerdings handelt es sich hierbei um Ponerinen. Die Schnappkiefer sind ein Erfolgsmodell der Ameisen, und sie haben sich nicht nur einmal evolutionsbiologisch gesehen entwickelt, sondern mehrmals. Die Schnappkiefer finden sich auch bei einigen Myrmicinen, die zum Tribus der Dacetinii gehören (z.B. Daceton, Strumigenys).
Myrmoteras ist die einzige Gattung der Formicinen, welche einen Schnappkiefer besitzen. Doch das ist nicht die Einzige Besonderheit. Die Ameisen besitzen sehr große Augen und daher ein sehr gutes Sehvermögen, und sind anscheinend nur tagsüber aktiv. Außerdem ähnelt die Königin den Arbeiterinnen sehr, eine semiclaustrale Koloniegründung ist daher wahrscheinlich. Myrmoteras zählt man daher zu den urtümlichen Formicinen, die ihr Verbreitungsgebiet in Südostasien haben. Weitere urtümliche Formicinen mit ähnlichen Merkmalen sind Gesomyrmex (auch südostasiatisches Verbreitungsgiet, nahe mit Myrmoteras verwandt), die australischen Opisthopsis und in Südamerika die faszinierenden Gigantiops.

Insgsamt gibt es 31  Myromteras- Arten! Die Gattung Myrmoteras unterteilt sich in zwei Untergattungen: Myrmoteras und Myagroteras. Der bedeutenste Utnerschied der beiden Untergattungen besteht darin, dass die Arten des Subg. Myrmoteras zwei lange, ausgebildete Trigger-Haare besitzt, und Myagroteras nur zwei stark zurückgebildete. Die Trigger-Haare findet man auch bei anderen Ameisen mit Schnappkiefern – es sind lange Haare die nach vorne stehen, und sich zwischen den Mandibeln befinden. Berührt etwas diese Haare löst sich der Schnappmechanismus aus, die Kiefer knallen zusammen.
Hier erkennt man die Trigger-Haare:
Bild
Geographisch gesehen kommen die Arten des Subg. Myrmoteras eher im Norden vor (Nordthailand), die Myagroteras eher im Süden (nördlichster Verbreitungspunkt anscheinend Südindien). Natürlich gibt es stark überlappende Vorkommen, auffällig ist die geographische Verbreitung aller Arten, die meisten Arten sind endemisch für bestimmte Inselngruppen in Südostasien.

Die Ameisen besitzen eine Größe von nur 5 mm, und sind daher recht klein. Auch die Kolonien sind es, sie umfassen nur wenige Individuen und eine Königin (monogyn). Wahrscheinlich sind alle Arten Unterholzbewohner, die Nester werden nicht sonderlich ausgebaut und sind z.B. in alten, Modernden Ästen zufinden und an ähnlichen Stellen. Die Arbeiterinnen gehen vereinzelt auf Nahrungssuche, wahrscheinlich ernähren sie sich hauptsächlich von Springschwänzen. Rekrutierung ist wahrscheinlich nicht vorhanden, ob Duftstoffe bei Umzügen oder ähnlichen verwendet werden, ist unklar.

Ich habe das Glück, an diese tollen Ameisen herangekommen zu sein, und sie halten zu dürfen. Es handelt sich um die am weitesten im Norden verbreitete Art Myrmoteras binghamii (Forel, 1893).
Die Ameisen sind sehr ruhig während sie auf Nahrungssuche gehen, ihre Kiefer sind dabei fast immer gespreizt (und dabei, wie bei allen Myrmoteras, um etwa 280° geöffnet). Sie gehören zur Untergattung Myrmoteras und besitzen daher bei entsprechenden Licht erkennbare Triggerhaare. Wenn sie ruhig umherlaufen, erinnern sie mich ein wenig an die heimischen Aphaenogaster subterranea. Erweckt etwas ihre Aufmerksamkeit, betrachten sie es meist mit ihren wirklich großen Augen. Nicht selten wackeln sie dabei mit ihren Hinterleib, was ein wenig an Harpegnathos erinnert. Werden sie erschreckt, sind sie nicht mehr ruhig, sie rennen auf kurze Distanz in Sicherheit. Nach dieser kurzen Distanz des Rennens normalisiert sich ihr Vorgehen wieder.

Bild
Myrmoteras bei Erkundungstour

Ich habe sie erst seit gestern, kann also noch nicht sonderlich viel sagen. Aber die ersten Eindrücke sind sehr spannend. Vorhin lief eine Arbeiterin auf einer ebenen Fläche, und ich konnte sie genauer inspizieren. Tatsächlich sind sie anscheinend manchmal recht mutig- ich wollte sie durch bewegen meines Fingers in bestimmte Richtungen lenken, was aber nicht geklappt hat. Sie betrachten den Finger mit Aufmerksamkeit, einmal hat sie ihn sogar in einem Halbkreis schnell umrundet, was mich sehr überrascht hat. Die Ameisen sind hochspezialisiert, wenn sie etwas sehen ähnelt ihr Verhalten etwas den Gigantiops, die auch oft Seitenschritte machen und dem vermeintlichen Etwas nicht sofort den Rücken zukehren.
Hier ein kleines, schlechtes Video. Die Arbeiterin läuft darin schneller als normal, weil ich sie etwas geärgert habe. Es gibt aber bald bessere Videos, aber das muss fürs erste reichen:

Zur Ernährung kann leider noch nicht sagen, bis jetzt haben sie kein Futter angenommen, weder Zuckerwasser noch eine kleine, zerdrückte Stechmücke. Wahrscheinlich benötigen sie Springschwänze, oder aber sie brauchen Futter erst, wenn Larven vorhanden sind. Ich hoffe, es wird alles gut gehen.
Ich bin nicht der erste, die diese interessanten Ameisen hält, Mark Moffett, der auch einen Großteil der Myrmoteras Arten beschrieben hat, hat auch schon zwei Völker gehalten. Die Beobachtungen, die er gemacht hat, sind (waren?) online verfügbar, unter dem Namen:
Moffett, M. 1986: Trap-Jaw Predation and other observations of two Species of Myrmoteras, Insect Sociaux, Volume 33, 85-89

Und seine Revision über Myrmoteras diente mir hier hauptsächlich als Quelle.
Moffett, M.: Revision of the genus Myrmoteras

Und hier mit etlichen weiteren Arten die Revision von Agosti (thx@Teleutotje): http://gap.entclub.org/taxonomists/Agosti/1992.pdf

Bilder werden folgen. Bis dahin sind die Bilder von Alex Wild natürlich sehr empfehlenswert, einsehbar hier: http://www.alexanderwild.com/Ants/Taxon … 6599_vqK5d

Ich werde hier regelmäßig aktuallisieren und berichten, jeder ist hier in einer Diskussion willkkommen, auch würde ich mich freuen, wenn evtl. weitere Halter berichten :)

Grüße, Phil


Abstract

I dind’t post until now a good picture of a Diacamma worker, so here you are.  They are interesting ants, and really curious. If they get disturbed, they suddenly stop moving, only their antannea move around. If they get more scared, they run as fast as they can into their nest, which is sometimes surprising for me; they seem to know every time where their nest is. When they are sitting on a leaf, they just jump on the ground and know exactly in which direction their nest is. If they aren’t scred, they inspect everything – it’s able to feed them with your tweezer. Often I realise that these ants are able to learn. The plants are growing well in the terrarium, as you can see on the last picture.

_____________

Ich kann dank eines externen, etwas diffusen Leuchtstoffröhrenlichts nun noch bessere Bilder machen. Mir ist aufgefallne, dass ich noch kein einziges gutes von einer Diacamma reingestellt habe, höchste Zeit. Hier mal eine Arbeiterin schön porträtiert, wie ich finde.
Bild

Bild
Die Ameisen sind sehr neugierig, aber auch vorsichtig. Sie besitzen zwei Grundlegende Strategien, wenn sie etwas misstrauisch macht: Zuerst halten sie still inne, nur ihre Fühler bewegen sich. Das kenne ich noch von der Diacamma-Art die ich aus Thailand kenne, die haben das auch so gemacht. Das Stillhalten scheint fast eine typsiche Charakteristik von Diacamma zu sein, evtl. können mir das Halter anderer Arten noch bestätigen. Hält man ihnen was hin, dann nehmen sie das auch an, sie sind quasi „Pinzettenzahm“.
Wenn sie noch beunruhigter sind, dann flüchten sie auf schnellsten Wege ins Nest. Das passiert mir leider sehr oft, wenn ich den Deckel öffne, wahrscheinlich durch den unbekannten, kalten Luftzug. Die Ameisen besitzen ein exzellentes Orientierungsvermögen. Sitzen sie auf Blättern oder Ästen, lassen sie sich schlichtweg fallen, und laufen schnurgerade ins Nest. Selbst wenn ich eine Arbeiterin zuvor auf der Hand hatte, und ins Becken schmeiße, scheint sie sofort zu wissen, wo der Nesteingang liegt. Neues, unbekanntes im Terrarium wird schnell entdeckt und erforscht.

Ich werde sogar das Gefühl nicht los, dass sie lernfähig sind. Vllt. bilde ich es mir uach nur ein. Das Terrarium war mal mit Paraffinöl abgesichert, aber das ist längst veraltet und taugt nicht mehr. Die ameisne können problemlos nach draußen laufen. Anfangs hat imch das ziemlich geärgert, weil ich sie dann mal in der Küche fand, und wenn sie mein Vater entdeckte, war das natürlich noch unangenehmer. Irgendwann hörte das aber auf- ich legte immer alte, noch mit Rückständen gefüllte Heimchdosen vor das Terrarium. Daraus holten sich die Diacamma immer mal wieder was, beim Futter sind sie gar nicht wählerrisch. Weiter als bis zu den Heimchendosen gehen sie nicht mehr – es ist schon Wochen her, dass ich das letzte Mal eine Arbeiterin vom Fußboden aufsammelte.
Bilde ich mir das nur ein, oder scheinen sie gelernt zu haben, wo es Futter gibt und wo sie nicht hindürfen?!

Die Pflanze im Terrarium gedeiht zumindest gut, was mich freut. An einer Stelle ist auch was neues gewachsen. Allerdings kommen nicht alle Pflanzen mit dem geringen Licht der Energiesparlampe klar, teilweise haben sie verschrumpelte Blätter.
Bild

Grüße, Phil