Abstract

The genus of Myrmoteras is very interesting. They are formicines, but have trap-jaw mandibles. They are somehow primitive, and resembles to other primitive formicines like Gesomyrmex, Opisthopsis or the south-american Gigantiops. They are about 5 mm long, and have very big eyes. They nutriment is most probable some Collembola. Much information about every species of Myrmoteras are found here in this work of M. Moffett, who also kept this ants in the 80s: Moffett, M.: Revision of the genus Myrmoteras

And another, newer Revision of D. Agosti (thx@Teleutotje): http://gap.entclub.org/taxonomists/Agosti/1992.pdf The whole genus contains 31 species!

Maybe the best pictures of Myrmoteras are made of Alex Wild, see here: http://www.alexanderwild.com/Ants/Taxon … 6599_vqK5d

I’m keeping currently are small colony with 9 workers and a queen. These ants are really cool in their behavior. They move normally slowly, but when they see something interesting, they stop and look carefully at it. Then, they funny movements with their gaster. They can be very fast when they’re scared. There will be a better video of them.

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Hallo,

ich möchte gerne über eine sehr interessante Ameisengattung berichten, Myrmoteras. Diese Gattung gehört zur Unterfamilie der Formicinae, und weißt einige Besonderheiten auf. Das Auffälligste sind die Schnappkiefer.
Von den Schnappkieferameisen hat sicher jeder Ameisenhalter schon mal gehört, meistens werden Arten der Gattung Odontomachus oder Anochetus als solche bezeichnet. Allerdings handelt es sich hierbei um Ponerinen. Die Schnappkiefer sind ein Erfolgsmodell der Ameisen, und sie haben sich nicht nur einmal evolutionsbiologisch gesehen entwickelt, sondern mehrmals. Die Schnappkiefer finden sich auch bei einigen Myrmicinen, die zum Tribus der Dacetinii gehören (z.B. Daceton, Strumigenys).
Myrmoteras ist die einzige Gattung der Formicinen, welche einen Schnappkiefer besitzen. Doch das ist nicht die Einzige Besonderheit. Die Ameisen besitzen sehr große Augen und daher ein sehr gutes Sehvermögen, und sind anscheinend nur tagsüber aktiv. Außerdem ähnelt die Königin den Arbeiterinnen sehr, eine semiclaustrale Koloniegründung ist daher wahrscheinlich. Myrmoteras zählt man daher zu den urtümlichen Formicinen, die ihr Verbreitungsgebiet in Südostasien haben. Weitere urtümliche Formicinen mit ähnlichen Merkmalen sind Gesomyrmex (auch südostasiatisches Verbreitungsgiet, nahe mit Myrmoteras verwandt), die australischen Opisthopsis und in Südamerika die faszinierenden Gigantiops.

Insgsamt gibt es 31  Myromteras- Arten! Die Gattung Myrmoteras unterteilt sich in zwei Untergattungen: Myrmoteras und Myagroteras. Der bedeutenste Utnerschied der beiden Untergattungen besteht darin, dass die Arten des Subg. Myrmoteras zwei lange, ausgebildete Trigger-Haare besitzt, und Myagroteras nur zwei stark zurückgebildete. Die Trigger-Haare findet man auch bei anderen Ameisen mit Schnappkiefern – es sind lange Haare die nach vorne stehen, und sich zwischen den Mandibeln befinden. Berührt etwas diese Haare löst sich der Schnappmechanismus aus, die Kiefer knallen zusammen.
Hier erkennt man die Trigger-Haare:
Bild
Geographisch gesehen kommen die Arten des Subg. Myrmoteras eher im Norden vor (Nordthailand), die Myagroteras eher im Süden (nördlichster Verbreitungspunkt anscheinend Südindien). Natürlich gibt es stark überlappende Vorkommen, auffällig ist die geographische Verbreitung aller Arten, die meisten Arten sind endemisch für bestimmte Inselngruppen in Südostasien.

Die Ameisen besitzen eine Größe von nur 5 mm, und sind daher recht klein. Auch die Kolonien sind es, sie umfassen nur wenige Individuen und eine Königin (monogyn). Wahrscheinlich sind alle Arten Unterholzbewohner, die Nester werden nicht sonderlich ausgebaut und sind z.B. in alten, Modernden Ästen zufinden und an ähnlichen Stellen. Die Arbeiterinnen gehen vereinzelt auf Nahrungssuche, wahrscheinlich ernähren sie sich hauptsächlich von Springschwänzen. Rekrutierung ist wahrscheinlich nicht vorhanden, ob Duftstoffe bei Umzügen oder ähnlichen verwendet werden, ist unklar.

Ich habe das Glück, an diese tollen Ameisen herangekommen zu sein, und sie halten zu dürfen. Es handelt sich um die am weitesten im Norden verbreitete Art Myrmoteras binghamii (Forel, 1893).
Die Ameisen sind sehr ruhig während sie auf Nahrungssuche gehen, ihre Kiefer sind dabei fast immer gespreizt (und dabei, wie bei allen Myrmoteras, um etwa 280° geöffnet). Sie gehören zur Untergattung Myrmoteras und besitzen daher bei entsprechenden Licht erkennbare Triggerhaare. Wenn sie ruhig umherlaufen, erinnern sie mich ein wenig an die heimischen Aphaenogaster subterranea. Erweckt etwas ihre Aufmerksamkeit, betrachten sie es meist mit ihren wirklich großen Augen. Nicht selten wackeln sie dabei mit ihren Hinterleib, was ein wenig an Harpegnathos erinnert. Werden sie erschreckt, sind sie nicht mehr ruhig, sie rennen auf kurze Distanz in Sicherheit. Nach dieser kurzen Distanz des Rennens normalisiert sich ihr Vorgehen wieder.

Bild
Myrmoteras bei Erkundungstour

Ich habe sie erst seit gestern, kann also noch nicht sonderlich viel sagen. Aber die ersten Eindrücke sind sehr spannend. Vorhin lief eine Arbeiterin auf einer ebenen Fläche, und ich konnte sie genauer inspizieren. Tatsächlich sind sie anscheinend manchmal recht mutig- ich wollte sie durch bewegen meines Fingers in bestimmte Richtungen lenken, was aber nicht geklappt hat. Sie betrachten den Finger mit Aufmerksamkeit, einmal hat sie ihn sogar in einem Halbkreis schnell umrundet, was mich sehr überrascht hat. Die Ameisen sind hochspezialisiert, wenn sie etwas sehen ähnelt ihr Verhalten etwas den Gigantiops, die auch oft Seitenschritte machen und dem vermeintlichen Etwas nicht sofort den Rücken zukehren.
Hier ein kleines, schlechtes Video. Die Arbeiterin läuft darin schneller als normal, weil ich sie etwas geärgert habe. Es gibt aber bald bessere Videos, aber das muss fürs erste reichen:

Zur Ernährung kann leider noch nicht sagen, bis jetzt haben sie kein Futter angenommen, weder Zuckerwasser noch eine kleine, zerdrückte Stechmücke. Wahrscheinlich benötigen sie Springschwänze, oder aber sie brauchen Futter erst, wenn Larven vorhanden sind. Ich hoffe, es wird alles gut gehen.
Ich bin nicht der erste, die diese interessanten Ameisen hält, Mark Moffett, der auch einen Großteil der Myrmoteras Arten beschrieben hat, hat auch schon zwei Völker gehalten. Die Beobachtungen, die er gemacht hat, sind (waren?) online verfügbar, unter dem Namen:
Moffett, M. 1986: Trap-Jaw Predation and other observations of two Species of Myrmoteras, Insect Sociaux, Volume 33, 85-89

Und seine Revision über Myrmoteras diente mir hier hauptsächlich als Quelle.
Moffett, M.: Revision of the genus Myrmoteras

Und hier mit etlichen weiteren Arten die Revision von Agosti (thx@Teleutotje): http://gap.entclub.org/taxonomists/Agosti/1992.pdf

Bilder werden folgen. Bis dahin sind die Bilder von Alex Wild natürlich sehr empfehlenswert, einsehbar hier: http://www.alexanderwild.com/Ants/Taxon … 6599_vqK5d

Ich werde hier regelmäßig aktuallisieren und berichten, jeder ist hier in einer Diskussion willkkommen, auch würde ich mich freuen, wenn evtl. weitere Halter berichten :)

Grüße, Phil

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