Camponotus cf. compressus Haltungsbericht



Hallo,

habe lange nichts mehr berichtet, aber es ist auch nicht sonderlich viel passiert. Die Kolonie wächst weiter, auch wenn ich sie mittlerweile auf Proteindiät ggestellt habe- es gibt nur noch selten mal ein paar Heimchen. Ich habe Angst, dass mir die Kolonie zu schnell zu groß wird, das Potenzial dazu hat sie auf alle Fälle. Trotzdem bin ich im moment sehr zufrieden mit ihnen, sie haben viele beeidruckende Majore, die Größten Haben fast die Größe der Königin.
Ihre Rekrutierung ist sehr beeindruckend, und erinnert mich fast ein bisschen an Leptogenys. Entdeckt eine Arbeiterin ein Heimchen, wird sie erstmal ganz aufgeregt, und rennt teilweise ähnlich wie Cataglyphis umher. Dann rennt sie durch den Schlauch zum Nest, wobei man deutlich erkennen kann, wie sie mit ihren Hinterleib die Fährte „tupft“. Ein paar Sekunden später rennen ungefähr 10 Arbeiterinnen in einer ordenltlichen, geraden Schlange hinaus, und attakieren das Heimchen. Reicht das noch nicht ganz aus, um das Heimchen komplett zu erlegen, wird erneut rekrutiert – im gestrigen Fall rennt dann ein kleiner Major begleitet von weiteren Arbeiterinnen hinaus.
Das Heimchen wird erst handlich zerlegt, sprich die Beine werden abmontiert, der restliche Körper wird dann komplett ins Nest geschleppt. Dieser wird dann die ganze Zeit über von Arbeiterinnen in Gemeinschaften zerkaut (erinnert ein bisschen an Messor).
Bild
Bild

Advertisements

Hallo,

die Camponotus gibt es immer noch, auch wenn ich schon länger nichts mehr geschrieben habe. Sie ärgern mich etwas, seit meine Oma beim Putzen den Schlauch herausgezogen hat, liegt die Scheibe nicht so gut auf, sie brechen öfters aus. Zum Glück bisher nur auf der Fensterbank, und auch nur nachts. Denn nachtaktiv sind sie weiterhin.
Sie leben so dahin, jedoch ist die Nachfrage nach Heimchen stark abgesunken, nehmen eigentlich gar nichts mehr richtig an, und ihre Larvenanzahl scheint weniger zu werden – trotzdem, Brut ist genügend da, vielleicht sind sie auch nur schon alle gesättigt.
Es gibt nun einige Majore bei ihnen, schätze die Zahl auf über 10. Diese sind nicht alle gleich groß, manche größer, manche kleiner. Ich glaube die maximale Größe die sie erreichen könnten, ist noch nicht erreicht.
Bild
Bild
Ratet mal, wie viele das wohl sind? Zum Zählen bin ich zu faul. Verglichen mit dem anderen Bild, doppelt so viele, 200? Wer weiß…
Bild


Hallo,

es geht weiterhin steil aufwärts mit der Kolonie. So hat die letzte Zählung das hier ergeben:

ca  113 Arbeiterinnen, mit der Zahl hatte ich nicht gerechnet. Und, es kommt noch besser. Gestern abend beim hineinschauen, ganz unerwartet, eine große Arbeiterin mit herzförmigen Kopf – meine erste Media Arbeiterin? Vielleicht auch Major, aber ich glaube, da geht noch mehr.

Bild
Und hier, ein Blick in die Kammer der größten Larven. Man erkennt auch, die Arbeiterinnen kauen auf Überresten von Heimchen herum.
Bild

Grüße, Phil


so, nun wirds Zeit, dass ich mal wieder berichte. Das Reagenzglas wurde kleiner und kleiner für die Ameisen, immer mehr Brut kam. Die Ameisen reagierten mit seltsamen Verhalten darauf, als ich sprühte, fingen sie an ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen. Teile der Scheibe wurden total mit Sand zugepappt, und auf das Reagenzglas haben sie eine seltsames Gebilde gemacht. Sieht auf wie ein langes Brett, nur halt aus Sand.Außerdem haben sie Tunnel gegraben und Türmchen gebaut. Ich denke, ein eindeutiges Zeichen!
Außerdem war die Aktivität sehr hoch in der Nacht, ca 30 Ameisen sind am furagieren. Ich konnte sogar schon Heimchen lebend verfüttern, und die Rekrutierung beoabchten. Diese geht wohl von Alarmstoffen aus, denn dort wo eine Arbeiterin das Heimchen hatte, stürmten sofort neue dazu. War das Heimchen entkommen, verblieben sie noch an der ehemaligen Stelle, machten es aber immer recht schnell wieder ausfündig.
Bild
Ein paar Arbeiterinnnen am Zuckerwasser:
Bild
Beim Ameisenseminar in Karlsruhe schließlich habe ich mir einen kleinen Ytongklotz mit passender Scheibe gekauft, sowie etwas Paraffinöl (zuvor hatte ich Talkum verwendet). Ich bearbeitete schließlich gestern abend den Klotz, braute eine spezielle Bewässerung ein, und verband das Ganze mit einem Schlauch, den ich letzendlich von oben in die Arena einführte. Außerdem wurde eine Heizmatte am Nest angebracht. Die Ameisen beäugten sofort misstrauisch den Schlauch, und trauten sich nach und nach hinein. Nach mehreren Stunden, es war nachts, hatten sich schon ein paar Arbeiterinnen an der Heizmatte im Nest versammelt.
Als ich heute hineinschaute, tatsächlich, das gesamte Volk in einer Kammer direkt unter der Heizmatte. Wundert mich etwas, dass sie so nah daran sind. Polyrhahcis dives hatte sich nie so nah heran getraut, und auch Gigantiops hielt bisher immer Abstand. Die Heizmatte erwärmt sich auf etwa 30°C. Die Ameisen mögens richtig warm!
Bild
Bild

Die Bewässerung funktioniert so; Einfach mit der Säge einmal einen Ritz reingesägt, und auf eine Mon Cherié Packung geklemmt. Dort komtm das Wasser rein, und es zieht sich im Ytong hoch. Funktioniert momentan sehr gut!
Bild


Hi,

gibt mal wieder Neues zu berichten. Ich halte die Tiere jetzt schon länger vollgekommen trocken, nur mit nem ausgedörrten Grasbüschel und so Mauerpfeffer auf Sand. Es scheint ihnen zu passen, sie wachsen fleißig. Mittlerweile dürften es knapp über 40 Arbeiterinnen sein, und natürlich ein großer Haufen Brut. Heute habe ich zum ersten Mal seit langem etwas Wassser gesprüht, für die Ameisen Grund genug einige Bauarbeiten zu machen.
Sie sind nicht doof. Ich bin etwas unordentlich mit der Abdeckung, an ein paar Stellen scheint Licht ins Reagenzglas. Genau an diesen Stellen wird von außen Sand heran gepappt, nicht von innen! Das heißt also dass sie tatsächlich gezielt in der Lage sind, Schwachstellen am Nest von außen zu erkennen, und sachgemäß zu bearbeiten. Leider recht schwierig davon Bilder zu machen, deshalb hab ich nur ein Bild von einer Stelle an der Seite des Reagenzglases, wo das Verhalten nicht so gut erkennbar ist.
Bild
Bild

Bild
Von Majoren bis jetzt noch keine Spur, bin mir aber sicher bald wird es sobald sein.

Grüße, Phil


Hmm, lecker Heimchen:
Bild
Bild
Bild
Den Ameisen geht es sehr gut, auch wenn die Brutentwicklungsgeschwindigkeit nachgelassen hat. Der Grund hierfür liegt aber wohl bei der Temperatur, diese ist recht niedrig, von 22-25°C. Den Ameisen macht es nicht aus, sie sind sehr robust. Eier, Larven und Puppen sind in Unmengen vorhanden.
Die ersten drei Arbeiterinnen, die die Königin hatte, sind mittlerweile tot. Interessant zu sehen, sie waren nur etwa 5-6mm groß, während alle darauffolgenden Arbeiterinnen Größen von 7-11 mm haben. Sie furagieren, wie schon so oft geschrieben, ausschließlich nachts, immer etwa 2-4 Arbeiterinnen.
Der Blick ins Nest:
Bild


Den Camponotus geht es sehr gut. Wenn sie gestört werden, rennen sie mit empor gestreckten Gastern herum, was mich sehr an die Wüstenameise Cataglyphis erinnert.  Flink sind sie nach wie vor, mit ihren langen Beinen in der Umgebung unterwegs, nur nachts.
Die Kolonie wächst, die letzte Zählung ergab 14 Arbeiterinnen. Brut gibt es nach wie vor in allen Stadien. Zwei Fotos von vorgestern:
Bild
Bild

Nächste Seite »