Waldformikarium



Abstract

Long time I didn’t made an update about my forest terrarium. It’s still existing, and is now in hibernation in my cellar. Here is a short review what I’ve reached whith it:

-I’ve keept Myrmica rubra, Temnothorax nylanderi, Temnothorax affinis, Leptothorax acervorum, Aphaenogaster subterranea, Formica fusca, Camponotus ligniperda and Camponotus truncatus together

-intraspecific behavior of Temnothorax nylanderi
-rivalry behavior of Temnothroax, Aphaenogaster subterranea and Formica fusca
-temporary lousekeeping and observation of the behavoir between Mymrica rubra and Temnothorax nylanderi
-aggressiveness, nesting behavoir and nutritional requirements of the diverse ant species
-relationships between ants and other arthropods (e.g. bugs, different spiders, centipides and so on)

Also the Temnothorax nylanderi and the Leptothorax acervorum had a nuptial flight in my terrarium, I’ve also seen wingless queens, but I’m not sure whether there are copulated. I had problems with the natural cyklus of the ants, because I kept them too warm, they though that its autumn when it was just high summer. I’m very sorry I haven’t any more pictures, instead I show you my videos from last year (2009). I want to continue this experiment next year.

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Hallo,

nun ist es schon einige Zeit her, ein halbes Jahr, dass ich hier nicht mehr berichtet habe. Zuerst mal das Wichtigste: Ich habe das Waldterrarium noch, und es wurde schon vor ein paar Wochen eingewintert, diesmal nicht wie letztes Mal draußen, sondern im Frostfreien Keller. Denn das letzte Mal sind mir wegen dem Frost die ganzen Myrmica eingangen.
Es lief vor sich hin, aber nun nach anderthalb Jahren fehlt die Lust, darüber zu berichten, und sich intensiv um das Terrarium zu kümmern. Es ist zuletzt wie letztes Jahr passiert, Asseln, Regenwürmer und weitere Destruenten haben ihr bestes gegeben, das Terrarium besteht eigentlich nur noch aus einer homogenen Humusschicht, ein paar einheitlichen, morschen Ästen mit Laub und dem Efeu. Alles andere ist abgestorben und wurde verwertet. Nächstes Frühjahr dann wird es neu aufgefüllt, und erwacht wieder zu Leben, ich hoffe sehr dass die Ameisen es alle schaffen. Ich hoffe freudig auf das nächste, Frühjahr, bin aber doch ganz froh um die Pflegepause.

Den abschließenden Post möchte ich als Rückblick nutzen, und Beobachtungen und weiteres zusammenfassen. Es ist mir gelungen, folgende Artenin dem Waldterrarium zu halten:
Myrmica rubra, Temnothorax nylanderi, Temnothorax affinis, Leptothorax acervorum, Aphaenogaster subterranea, Formica fusca, Camponotus ligniperda und Camponotus truncatus.

Das ist eine ganze Menge, und ermöglichte mir vor allem die Ökologie, das zusammenleben, dieser Arten zu untersuchen. Kurz gesagt:
-intraspezifisches Verhalten bei Temnothorax nylanderi
-Konkurrenzverhalten bei Temnothroax, Aphaenogaster subterranea und Formica fusca
-kurzzeitige Blattlaushaltung und Verhaltensbeobachtungen zwischen Mymrica rubra und Temnothorax nylanderi
-Aggressivität, Nistverhalten und Nahrungsbedarf der verschiedenen Kolonien
-Beziehungen zwischen Ameisen und anderen Arthropoden (z.B. Moderkäfer, verschiedene Spinnen, Steinläufer usw.)

Außerdem, darüber habe ich noch gar nicht berichtet, sind die Leptothorax acervorum und die Temnothorax nylanderi geschwärmt. Es liefen sogar unbeflügelte Königinnen danach im Terrarium umher, aber ich weiß nicht sicher, ob sie begattet waren.
Hauptproblem war die Nachstellungen des natürlichen Zyklus: Weil ich sie viel zu warm und bei gleichmäßigen Temperaturen gehalten habe, war im Hochsommer schon Herbst für Ameisen, die Temnothorax sind schon im Juli geschwärmt, die Formica fusca hatten keine Brut, und insgesamt nahm die Aktivität ab. Die beiden Camponotus Arten sind leider verschwunden, ich weiß nicht was mit ihnen passiert ist. Aufgrund dessen versuche ich nächstes Jahr das Terrarium in einen anderen Raum zu stellen, der mehr schwandende Temperaturen hat.
Insgesamt hat es sich auf alle Fälle gelohnt, und die Beobachtungen waren sehr zahlreich und spannend. Dafür aber auch aufwändig, und leider habe ich das Becken etwas vernachlässigt mit der Zeit. Bis nächstes Jahr, ich entschuldige mich mal dafür, dass ich keine Bilder gemacht habe  :sorry:

Nach als Entschuldigung, die bisher hier noch nicht veröffentlichten Videos von 2009 (also letztem Jahr). Diese wurden mit einer richtigen Videokamera aufgenommen, entsprechend gut sind die Aufnahmen. Viel Spaß beim angucken!





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Hallo,

nur ein kleines Update für heute. Es gibt zwei neue Bewohner, und zwar richtige Völker.
Die Einen sind Formica (Serviformica) fusca, welche ich nach langer Suche an einem Waldrand fand. Die Tiere wurden aus einem Ast geklopft, auf Königin überprüft und mit nach Hause genommen. Es sollten etwa 100 Arbeiterinnen sein, mit einer Königin. In der Box ließ ich ihnen etwas Material zum nisten, Erde und Totholz, wollte erst, dass sie sich beruhigten, und dann in das Terrarium stecken. Ich hatte Angst, dass sie möglicherweise ihre Überlegneheit ausnutzen würden und den Aphaenogaster subterranea auf die Pelle rücken, da diese bekanntlichermaßen in dem perfekten Holznest hausten.
Am Abend legte ich die Box mit offenen Deckel in das Waldformikarium. Tatsächlich waren sie am nächsten morgen, anders als erwartet, alle ausgezogen, in das Waldterrarium. Allerdings bis auf ein paar Arbeiterinnen, die auf meinen Fußboden umherkrabbelten, ließen sie kaum etwas von sich sehen. Mit Zuckerwasser konnte ich wenige Arbeiterinnen anlocken. Waren sie wirklich so inaktiv? Am gestrigen Abend entdeckte ich ihren Nistort, unter einem alten Holzstück wurde etwas Erde aufgetürmt, hier wurde gegraben. Die Aktivität blieb niedrig, bis ich das Terrarium wieder einmal mit der Deckellampe aufheitze. Das mache ich immer mal wieder, um die natürlichen Temperaturverläufe zu simulieren. Es wirkte Wunder, die Aktivität ist sehr hoch wenn es schön warm ist. Sie sind sogar dabei, zu meinen Freuden sogar gut beobachtbar, das Nest zu erweitern, zu graben, und im Holz rumzuknabbern – auch wenn mir das etwas Sorgen wegen den anderen Bewohnern macht. Das Terrarium ist fast zu klein, das Artlimit ist eindeutig erreicht, und ich hoffe ich werde keine Probleme bekommen. Die Aphaenogaster wegen einer Formica fusca zu verlieren wäre sehr schlimm, ich bin bereit notfalls einzugreifen. Denn bis jetzt verhalten sie sich sehr dominant, und verschuchen alle anderen Arten von der Zuckertränke, selbst Temnothorax. Mittlerweile ist ihr Nest fertiggestellt, und ihre Erkundswut und Aktivität ist auf ein annehmbares Niveau gesunken.
Der Vorteil bei der großen Kolonie ist, dass man auf einen Blick sieht, wo ihr Nest ist, und zwar ziemlich zentral. Über nacht ist da ein ziemlich großer Haufen entstanden.

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Das Nest
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Arbeiterin am Honig
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An einer Fliege

Die zweiten Bewohner sind etwas Besonderes, sie findet man fast gar nicht in der Ameisenhaltung. Es handelt sich um Camponotus truncatus, die berühmten Stöpselkopfameisen. Mindest ein Volk habe ich in einen oder mehreren Ästen hier im Formikarium, allerdings weiß ich nicht, ob eine gesunde Königin vorhanden ist. Sie rennen überall herum, vorwiegen auf dem Terrarium, sind wahre Kletterer. Trotzdem das sie recht klein sind, sehr hübsch mitanzusehen. Manchmal sieht man auch eine größere Stöpselkopfmorphe. Sie machen am meisten Spaß derzeit, ein seltener, fast exotisch anmutender Anblick.
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Camponotus truncatus Major

Zur besseren Versorgung wurde eine Tränke eingerichtet, damit dort nicht ertrinkt, habe ich Watte hineingetan. Eine der ersten Ameisen die sich freudig bediente, was diese Leptothorax. Die Aphaenogaster fanden es übrigens wieder mal lustig, Dreck hineinzuschmeißen.
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Auch mehrere Formica fusca haben dran genuckelt:
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Heute gibt es ein spezielles Update, in welchen es nur um das Zusammenleben der 3 Arten im speziellen geht. Es wurden einige Beobachtungen gemacht, welche ich nun schildern möchte.
Wie in anderen schon erwähnt erwähnt, sind die Temnothorax (nylanderi) mit Abstand am häufigsten vertreten, und auch am meisten unterwegs. Zumindest am meisten so erkennbar – das liegt zum einen daran, dass sie freche Oberflächenläufer sind, sie sind allen Anschein nach vor allem auf dem Laub und nicht unter ihm unterwegs, und scheuen auch keine offenen Glasscheiben. Von allen Ameisen sind sie die Einzigen, die auch außerhalb des Terrariums herumlaufen, was aber bei der kleinen Art nicht stört, und da sie keinen sonderlich großen Aktionsradius besitzen, sind sie nur im direkten Umfeld des Terrarium anzutreffen, sie kommen nichtmal herunter bis auf den Fußboden. Zum Anderen haben sie recht große Völker, jetzt im Vergleich zu den Leptothorax.
Ich mache regelmäßig Fütterungsexperimente, bei dem im vorletzten Update beschriebenen ging es vor allem um ihre Rekrutierfähigkeit, jetzt versuche ich ihr Durchsetzungsvermögen genauer zu analysieren. Sie werden allgemein in der Ameisenhalterszene als undominant und kaum Agressiv beschrieben. Wie ich zuvor schon gezeigt habe, sind sie in der Tat wenig aggressiv (gegenüber Leptothorax), außer bei Arbeiterinnen anderer Völker. Jedoch finden bei weiten keine Raubzüge statt, agressionen kommen nur zwischen zwei oder ein paar mehr Arbeiterinnen vor. Konkurrenz um Nistplätze konnte ich bisher nicht beobachten, auch nicht um Futterplätze zwischen mehreren Temnothorax Völkern. Meine These dafür wäre ihre recht potente Rekrutierung – zwar erscheint der Tandemlauf nicht gerade optimal, mit der Zeit entstehen aber schnell kleine Straßen, je größer das Volk ist, umso mehr Arbeiterinnen versammeln sich um das Futtertier. Ich denke, das ist der entshceidente Faktor warum keine direkten Kämpfe zwischen Temnothorax um den Futterplatz entstehen – sobald eines der Völker das Futtertier entdeckt hat, beginnt die Rekrutierung, und nachdem sich einige Arbeiterinnen dort versammelt haben, hat das andere Volk quasi keine Chance mehr daran zu kommen. Das wäre zumindest meien These, werde das weiterhin genauer Beobachten.
Die gute Rekrutierung, wie hier auf dem Bild erkennbar, ich pinne die Futtertiere absichtlich fest, setzt sich auch schnell gegenüber Leptothorax durch- und nach einiger Zeit selbst gegenüber den Aphaenogaster subterranea, auf welche ich auch noch zu sprechen komme.
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Die Leptothorax können auch rekrutieren, durch Tandemlauf- jedoch sind nie mehr als 4 Tiere zur Stelle, das Leptothorax Volk ist wahrscheinlich zu klein für größere Rekrutierungen- außerdem können sie sich, im Gegensatz zu den T. cf. nylanderi, recht einfach Springschwänze u.ä. fangen. Die Temnothorax erscheinen mir dafür zu ungeschickt, konnte nie beobachten, dass eine Arbeiterin mal derartiges ins Nest schleppte. Die Leptothorax sind mehr aufgeregte Jäger und sehr flink unterwegs- bevor das Beutetier komplett von Aphaenogaster subterranea oder Temnothorax umzingelt ist, naschen sie auch mal gerne.
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Zwei Leptothorax acervorum Arbeiterinnen auf dem Weg zum Futter, zuvor waren sie noch im Tandemlauf unterwegs;
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Die Leptothorax sind auch häufig an der Oberfläche unterwegs, jedoch so gut wie nie an der Scheibe, und auch sonst kaum an erhöhten Punkten wie Pflanzen zu beobachten. In der Hinsicht zurückhaltender als die Temnothorax.

Als die Aphaenogaster noch in direkter Nähe meiner Fütterungsstelle lebten, fanden sie auch recht schnell zu dne Futtertieren hin. Sie leben sehr versteckt, sind seltener an der Oberfläche zu beoabchten, vorwiegend unter dem Laub unterwegs. Wie ihre speziellen Mandibel schon zeigen, können sie sich von dem Fang von kleineren Lebewesen wie Springschwänzen ernähren. Größere Beutetiere werden keineswegs verschmäht, sondern schnell ins Nest geschleppt. Pinne ich das Beutetier fest, versammmeln sie sich recht schnell um das Beutetier – sie besitzen eine effektivere Rekrutierung als die Temno- und Leptothorax, und beanspruchten, sofern sie das Tier fanden, beanspruchten sie es komplett für sich.
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Sie waren aber sehr scheu, zuviel Licht oder etwas Pusten verscheuchte die Arbeiterinnen schnell.
Sie sind auch weniger auf den Kampf aus, griffen aber durchaus Leptothorax und Temnothorax an. Die Tiere sind aber keine geborenen Kämpfer- sie öffnen nur ihre Mandibel und schnellen nach vorne, und zwicken die anderen Ameisen- ohne Schaden anzurichten, aber es reicht zum Verjagen der anderen Ameisen.
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Alle drei Arten versammelt an dem Heimchen, links A. subterranea, mitte oben und rechts unten Leptothroax acervorum, alle anderen Temnothorax cf. nylanderi.
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Die Beutetiere werden bei A. subterranea schnell ins Nest getragen, und Larven werden an sie herangelegt, wie man es auch von anderen Aphaenogaster Arten kennt. Kann ich leider keine Bilder davon machen, als sie noch im RG lebten, konnte ich dies aber beobachten.
Auch bei Honigverfütterung verhielten sie sich sehr dominant, und über Nacht wurden die Tropfen komplett mit Erde abgedeckt, das Verhalten kennt man ja bereits bei vielen anderen Ameisenarten.
Hier ein Video der Aphaenogaster, gut erkennbar ihre ruhige Bewegungsweise;

Nachdem sie aus dem RG ausgezogen waren, befanden sie sich in einem Erdnest etwa zentral im Terrarium – dort konnte ich immer die meisten Arbeiterinnen beobachten, und dort gingen auch Straßen und Beutetiere hin. Seit einiger Zeit aber kann ich keine Arbeiterinnen mehr dort entdecken – umgezogen?
Es stellte sich schnell heraus, ja, sie sind umgezogen. Zu meinen Erstaunen jedoch nicht in ein weiteres Erdnest, sondern in einen der Baumstämme. Dort hatte eine anderes Tier, ich vermute eine Käferlarve, zuvor schon ein beachtliches Loch und einen großen Hohlraum drin geschaffen- die Ameisen haben den Eingang zugebaut und regelmäßig sehe ich Arbeiterinnen dort hineingehen.
Zugebauter Eingang:
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Das wars, denke ich. Weitere Berichte und Beobachtungen folgen =)

Über Kommentare freue ich mich immer!
P.S.: Die Camponotus ligniperda gibt es auch noch, sie leben weiterhin im RG. Das Volk besteht mittlerweile aus 4 Arbeiterinnen, furagieren konnte ich sie aber noch nie sehen. Denke sie machen das Nachts.


Hallo,

es gibt viel Erfreuliches zu berichten. Zum Einen ist das Bewässerungsproblem nun gelöst, also eigentlich einfach weggetrocknet. Pflanzen wachsen gut, das Efeu wohl zu gut. Außerdem wächst die monströse Pflanze sehr schnell, wobei ich recht froh darüber bin, dass sie nur am hinteren Teil des Terrariums wächst, vorne würde sie wohl stören.
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Ich verwende neben der Deckellampe nun noch eine andere, die besseres Licht austrahlt. Wenn die Sonne ins Zimmer scheint oder wenn ich gerne viel Beobachten will, dann wird der Deckel abgenommen- und wenn kein Sonnenlicht scheint, erhellt diese Lampe das Terrarium. Sieht sehr hübsch aus, für mich fast romantisch.
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Auch den Ameisen geht es gut, Temnothorax wuseln eigentlich überall umher, in die Quere sind sie sich nicht mehr gekommen- bedeutet für mich, die Nester sind schön gleichmäßig verteilt. Wobei ich insgeheim über eine weitere Konstruktion nachdenke, hochreichendes altes Geäst auf dem Temnothorax affinis leben soll- aber ob ich das in die Tat umsetze, erstmal abwarten.
Doch nun gibt es weitere Bewohner. Als erstes wäre da ein kleines „Volk“ Camponotus ligniperda zu nennen, bestehend nur aus Königin, Arbeiterin und Brut. Sie sind bis jetzt Konkurenzlos, die großen ligniperda Arbeiterinnen werden gar nichts von anderen Ameisen merken. Ich werde sie natürlich, wenn das Volk zu groß ist, wieder entnehmen.
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Wie man erkennt, leben sie momentan noch im Reagenzglas- gut für mich, denn sobald die asugezogen sind werden sie wohl nichtmehr aufspürbar sein. Die Kolonie habe ich seit letzten Herbst, damals mal von Frank bekommen.

Und die zweiten Bewohner, die machen mich besonders stolz, Aphaenogaster subterranea. Sogar schon ein recht großes Volk, ich habe es Fred bekommen. Sehr hübsche Ameisen, und wie ich finde auch hochinteressant. In der Natur leben sie sehr versteckt, und auch jetzt im Waldterrarium (sie sind nach wenigen Minuten aus dem RG ausgezogen) sind sie eher diejenigen, die unter dem Laub herumkriechen. Sie sind sehr langsam, nur wenn sie einen Springschwanz mit ihren Fühlern bemerken, geben sie kurzzeitig Gas, aber es wirkt nie schnell oder hektisch. Auch die Fühler rudern in vollkommender Ruhe durch die Luft. Sie sind recht klein, kleiner als Myrmica rubra, und man muss schon ähnlich wie bei dem Temnothorax gut hingucken, um sie zu erkennen. Dafür haben sie ein eher untypisches Aussehen, das aber erst mit Lupe richtig sichtbar wird. Kleine Knotenameisen eben, und die Mandibel sind länglich und zeigen eher nach vorne, kleine Greifer, dafür geeignet Springschwänze und Milben zu erhaschen. Durch ihre Ruhe wird klar, absolut geeignet für ein Waldterrarium, die werden kaum aufdringlich. Sie stoßen oft auf Temnothorax, habe auch schon gesehen wie sie eine Arbeiterin packen. Aber die wird dann losgelassen. Ich sehe die beiden Arten fast auf gleichen Niveau was die Dominanz angeht, in den meisten Fällen ist es aber die Temnothorax die zurückweicht – wenn überhaupt notwendig.
Und, auch super klasse, durch die ruhigen Bewegungen sehr fotogen;
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Auf den folgenden Bildern sieht man auch Temnothorax:
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Die Kolonie habe ich von Fred, der die Kolonie von der Königin an aufgezogen hat. Vielen Dank an der Stelle nochmal für die hübschen, kleinen Ameisen!
Das wars erstmal von dem Waldterrarium.


So,

es wird Zeit für ein großes Update. Was soll ich sagen, es ist einiges passiert. Ganz allgemein gesagt, der Frühling ist eingekehrt. Die Pflanzen wachsen wie verrückt, vor allem das Efeu wuchert hier alles zu. Außerdem wächst eine bekannte Pflanze vom letzten Jahr erneut zu stattlichen Ausmaßen heran. Auch an anderen Stellen sprießen mir bislang unbekannte Triebe empor, bin gespannt, was der Frühling sonst noch so alles hervorbringt.
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Es ließen sich derweil einige Käfer und Motten finden, welche auch nicht häufig erwartungsvoll gegen meine Fenster flogen. Seis drum, ich setze sie jedes Mal zurück. Auch lief mir dann plötzlich eine bisher unbekannte, aber erschreckend große Spinne vor die Linse.
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Sie hockt bei dem Bilder auf dem Nest der Leptothorax acervorum.
Ja, das Waldterrarium macht Spaß, man kann lange Zeit davor sitzend verbringen, immer auf der Suche nach etwas neuen. Zu meiner Freude erstaunlich viele unterschiedliche Arten von Springschwänzen, manche sogar größer als eine Leptothoraxarbeiterin. Wenn die Lampe des Aquariendeckels an ist, erwärmt sie alles recht schnell. 26°C sind keine Seltenheit- und dann sind die Leptothorax in ihrem Element, sie zeigen ihre ganze Gewandtheit. Ich muss dazu sagen, sie erinnern mich eher an Pseudomyrmecinen als an Temnothorax. Letzte sind plump unterwegs, keine Jäger. Bei den Leptothorax konnte ich schon eine Arbeiterin mit einem gefangenen Springschwanz sehen, gute Jäger. Die Unterschiede der Gattungen sind sehr gut erkennbar, wenn man sie in direkter Nachbarschaft hält.
Jedoch muss ich mir zugestehen, so sonderlich gut lief ihre Beziehung zueinander (Leptothorax-Temnothorax) nicht ab, und ich trage meinen Teil dazu bei. Ich habe einen Fehler gemacht, den man eigentlich hätte vorraussehen sollen. Niemals vor dem Nesteingang einer Art füttern! Ich wollte den Leptothorax etwas gutes tun, und habe ihnen ein Heimchenstückchen vor den Ast geschmissen. Letztendlich angelockt hat es unzählige Temnothorax, die die Leptothorax ganz schön beunruhigten. Wild rannten die Leptothorax umerh, während immer mehr Temnothorax durch Tandemläufe einen Weg zum Futter fanden.
Interessanterweise jedoch blieb alles ohne Todesopfer, sie ärgerten sich nur gegenseitig, aber stachen nie ernsthaft zu, obwohl ich mir Temnothorax gut als Beute von Leptothorax vorstellen könnte. Die dumme Situation hatte wenigstens den Vorteil, dass ich per Video ihre Beziehung zueinander festhalten konnte;

Man ignoriere den schrecklichen Sound. Man sieht gut, wie die Leptothorax nach der Temnothorax schnappt- im Hintergrund wuseln auch ihre Schwestern umher.

Man lernt aus seinen Fehlern. Ich war sehr beeindruckt von der guten Rekrutierung der Temnothorax, und prombt beschloss ich neue Versuche. Auf ein weißes Blatt Papier wurde wieder ein Teil eines Heimchens gelegt, und dann beobachtet. Leider waren sie vom vorherigen Heimchen so satt, dass ich kaum Rekrutierung beoabchten konnte. Ich werde den Versuch wohl wiederholen müssen.
Hier ein Bild, kurz nach dem Aufbau;
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Und dann einige Zeit später:
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Nun aber zu einer weiteren, wie ich finde höchst interessanten Ameisenbeziehung, und zwar Temnothorax zu Temnothorax. Ich habe mindestens 3 verschiedene Nester im Waldterrarium, was passiert wenn eigentlich befremdete Arbeiterinnen aufeinander treffen? Das erste Mal konnte ich kaum festhalten, so schnell ging es. Zuerst wurde kurz betrillert, und dann versuchten sie dich Arbeiterinnen zu stechen, bis sie hinunterfielen und ich nicht weiter beobachten konnte. Also durchaus aggressiv!
Bei dem zweiten Mal passierte etwas interessanteres- die eine Arbeiterin schnappte die andere mit ihren Mandibeln, und hielt sie fest. Beide rühten sich nicht, fingen aber wild an zu stirdulieren.
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Das ging etwa 3 Minuten so, bis eine Leptothorax die Beiden aufscheuchte. Wer weiß, wie lange sie noch in dieser Pose verweilt hätten?

Einmal konnte ich eine Leptothoraxarbeiterin beim Transportieren eines Samens beobachten, der Sinn ist mir bis jetzt nicht klar- es waren keinerlei Elaiosomen vorhanden. Ich nehme an, sie verwendete ihn nur als Nistmaterial.
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Ich muss aber noch über einen weiteren Fehler meinerseits berichten, einen weitaus tragischern der viele Opfer forderte. So ist mir letztes Jahr fast alles ausgetrocknet, und jetzt hab ich alles überflutet- das Wasser steht im Terrarium, und ich habe es zu spät gemerkt.
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Das geht jetzt schon 3 Tage so, und ich bin sicher es hat einigen Tausendfüsslern, Asseln und Regenwürmer das Leben gekostet. Mir bleibt nicht anderes übrig als zu warten, bis das ganze weggetrocknet ist. Ein paar sind aufgetaucht, um sich davor zu retten. Übrigens auch was besonderes, was mich überraschte. Als ich Zuckerwasser träufelte, saß sie plötzlich da:
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Eine Myrmica Königin! Woher kommt sie? Hat das Wasser sie aus ihrer Bruthöhle gelockt? Kam sie mit der neuen Einrichtung, oder ist sie die letzte Überlebende des Myrmica-Volkes vom letzten Jahr? Viele Fragen, die ich mir nicht beantworten kann. Es handelt sich Myrmica rubra, und stolz bin ich über ein Bild von ihr das mir heute gelungen gelungen ist:
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Die Liebe hat wirklich ganz brav stillgehalten.
Und als Belohnung gab es ein Heimchenfüsschen, das sie tapfer gegen Temnothorax verteidigte:
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Und ich muss noch über was ekliges schreiben, schaut Euch mal diese Würmer an, sie parasitieren zwei meiner Nacktschencken [Amerkung: im Nachhinein stellte sich heraus, das es sich nicht um Parasiten, sondern um Geschlechtsorgane handelte]:
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Das wars erstmal


Hier geht es nun um mein Waldterrarium, welches ich schon seit letztem Jahr (genau: Seit dem 01.03.09) besitze. Der komplette Bericht findet sich hier: Klick Letztes Jahr lebten darin mehrere Völker Temnothorax sowie ein kleines Myrmica rubra Volk. Ich habe viele Experimente gemacht, u.a. Blattlaushaltung und Elaiosomenverfütterung. Im Herbst ist das Becken jedoch recht stark ausgetrocknet, und die Pflanzen litten ständig an einem Pilz. Videos zu dem Terrarium finden sich zusammengefasst hier: Klick

Aber nun gehört das letzte Jahr der Vergangenheit an, ich möchte auf das hier und jetzt zurück kommen. Bis vor kurzem befand sich das Terrarium noch draußen, damit es nicht vollregnete stand es unter einem Dach. Bei starken Schneefall jedoch gelangte auch in das Terrarium Schnee, es war eben alles sehr natürlich ausgerichtet. Ich beschloss nun, dass es endlich Zeit wurde, das Terrarium wieder hervorzukramen und auf Vordermann zu bringen. Leider hat keine der ursprünglichen Pflanzen überlebt, Gras, Brombeere, Lichtnelke das gesamte Moos – alle verstorben und wahrscheinlich aufgrund einer längeren Dürre im Herbst verstrocknet. Nur der Efeu lebt noch, was mich erfreut hat. Dann ging es in den Wald, und ich sammelte erstmal wieder etwas Moos, frisches Laub und altes Holz. Bevor ich alles neu einrichtete, wurde es erstmal kräftig geputzt, man konnte kaum durch die Scheiben hindruchsehen, so dreckig waren diese. Nachdem alles wieder glänzte, wurde alles alte kaputte verdorrte hinausgeworfen, und mit den neu gesammelten Utensilien wieder eingerichtet. Ich möchte an der Stelle mal erwähnen, dass ich nicht alle alten Dinge inausgeschmissen habe- ein Großteil von ihnen wurde schon von Würmern und alles zerfressen, dass sie in sich zusammenfielen. Auf jeden Fall ein neues Einrichten notwendig.
Draufsicht:
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Seitlich:
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Kaum stand das Terrarium im Warmen, begann das Leben. Die ersten die sich zeigten, waren die Nacktschnecken. Gut möglich, dass diese noch vom letzten Jahr stammen, damals haben die mich auch schon immer genervt. Trotzdem ein schöner Anblick, das kriechende Etwas, der erste erkennbare Bewohner.
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Dicht gefolgt von Springschwänzen, diese sind sehr schnell wach und unterwegs. Dann tauchte eines nach dem anderen auf, ich saß gespannt mit der Lupe vor dem Terrarium. Natürlich war ich ganz scharf auf die ersten Ameisen, aber vorerst genügend mir die anderen Winzlinge dortdrin.
Es tauchten auch zwei größere Raupen auf, für die tut es mir Leid, denn diese hatten sicherlich nicht die richtigen Futterpflanzen im Terrarium. Interessanterweise machten sie sich sofort ohne Zögern am Efeu zu schaffen. Heute habe ich sie nicht wiedergesehen, sind wohl plötzlich verschwunden.
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Es krabbelte nach etwa 3 Stunden so einiges umher, ein paar sehr kleine Käfer, die erwähnten Springschwänze und ein paar winzige Fliegen. Außerdem noch eine „alte Bekanntschaft“, eine Zikadenlarve. Letztes Jahr hatte ich drei von ihnen, die erstaunlich lange drin blieben, ich kann mich erinnern sie wachsen gesehen zu haben, über mehrere Monate hinweg. Sie hatten sich immer von dem Saft der Lichtnelke ernährt, ich hoffe diesmal finden sie auch was zum saugen.
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Die Zikaden ähneln Läusen, auch sie sondern süßen Honigtau ab, der aber in diesem Fall auf dem Boden tropft, und evtl. kleine Temnothorax ernährt.
Auch dieser kleine grüne Winzling ließ sich blicken, eine hübsche Spinne. Hoffe sie belibt noch einige Zeit bei mir, dann kann ich sie etwas füttern, wie ich es auch bei einer Listspinne (Pisaura mirabilis) im letzten Jahr getan habe.
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Nun kommen wir aber mal zu den Ameisen! Endlich nach langem warten tauchte nämlich die erste Temnothorax auf. Ihr Nest befand sich in einem alten Ast. Im Laufe des Tages bzw bald des Abends wurden es immer mehr Temnothorax, es sind mindestens 3 Nester. Auch gerade jetzt wuselt es fast überall mit ihnen. Ich habe etwas Zuckerwasser ins Becken geträufelt, an manchen Stellen saugen sich die Temnothorax jetzt die Bäuche voll.
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Mein persöhnliches Ziel ist es momentan, einen Schwarmflug zu beobachten und evtl. sogar zu züchten. Mal abwarten, ob was draus wird. Die Myrmica vom letzten Jahr leben mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht mehr. Schon Ende letzten Jahres machten sie sich sehr rar, beobachten konnte ich nur noch eine krüppelige Arbeiterin. Im Winter war auch das gesamte Becken durchgefroren, gut möglich dass sie dabei auch gestorben sind. Jedenfalls werde ich mir neue fangen.
Außerdem gibt es noch eine weitere Ameisenart im Terrarium: Leptothorax acervorum. Diese habe ich letztes Jahr mit Frank gefangen, sie leben nun in einem kleinen, hohlen Ast. Vereinzelt habe ich auch schon Arbeiterinnen furagieren gesehen, jedoch noch keine fotografieren können. Sie sind etwas größer als die Temnothorax, und fallen daher schneller ins Auge. Ich werde mal abwarten, wie sich das Ganze entwickelt.

12-03-2010

Nun läuft das Terrarium schon einige Zeit, und ich muss sagen, es ist ein guter Start. Die Temnothorax sind recht aktiv, weshalb ich immer was zum beobachten habe. Die Pflanzen (Moos&Efeu) wachsen gut, außerdem hab ich noch einen Sprössling gesehen, mal abwarten was daraus wird. An anderen Lebewesen gibt es auch keinen Mangel.
Der eigentliche Grund für das kleine vorzeitige Update sind ein paar Bilder, die ich Euch noch schulde. Als erstes eine hübsche Entdeckung von gestern abend, lief einfach so darin umher; Eine Königin einer Temnothorax-Art. Auffällig schön gestreift. Warum sie dort drinnen umherlief, weiß ich nicht. Es besteht die Möglichkeit, dass es sich um ein unbegattetes Weibchen handelt, das in einem der Völker mitüberwintert hatte, und sobald der Frühling kommt, plötzlich verschwindet. Oder es ist eine gründende Königin, die ich durch das Aufbrechen von irgendwelchen Stöcken gestört habe. Egal um was auch immer es sich handelt, ich habe sie in Ruhe gelassen, und sie ist ihren Weg gegangen, wohin weiß ich natürlich nicht.
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Außerdem habe ich noch kein Bild von den Leptothorax acervorum gezeigt. Diese sind fast doppelt so groß wie die Temnothorax, und lassen sich daher glücklicherweise besser fotographieren. Ich hoffe mal, dass ich irgendwann mal eine Leptothorax neben einer Temnothorax erwische, dann kann man sie besser vergleichen.
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Und zu guter letzt, ein paar Temnothorax beim Honigschlürfen. Anmerkung hier, die Temnothorax verwenden für die Rekrutierung den Tandemlauf, meist aber nur zu zweit oder zu dritt, mit mehr Individuen konnte ich das noch nie beobachten. Es kommt häufig vor, dass man zwei Temnothorax dicht hintereinander durch das Terrarium spazieren gehen sieht.
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